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Breite Unterstützung für XENOS

XENOS Gruppe zum Auftakt - 02.2012

Bildunterschrift:

Wolfgang Patzak, Dezernent Dirk Haas vom Landkreis Gießen (2.v.l.) und Dezernent Betschel-Pflügel vom Wetteraukreis mit den XENOS-Beteiligten bei der Auftaktveranstaltung.

Bei einer Tagung legen die beteiligten Organisationen die Richtung und den Rahmen der Veranstaltungen für mehr Toleranz und Vielfalt fest

 

35 Organisationen waren an der Beruflichen Schule des Wetteraukreises in Butzbach vertreten, als es darum ging, für die nächsten Jahre den Weg des XENOS-Projektes zweite Förderrunde festzulegen. Der Landkreis Gießen ist in dieser Runde des Programms für Integration und Vielfalt auch dabei und geht gemeinsam mit dem Wetteraukreis, der bereits in der ersten Förderrunde bedacht wurde, eine Kooperation ein. „Den Kampf gegen rechtsradikale Netzwerke und Rassismus haben wir seit langem auf der Agenda. Jetzt können wir dank der finanziellen Unterstützung durch XENOS endlich zusätzliche Projekte in die Tat umsetzen“, sagte Dirk Haas, Integrationsdezernent des Landkreises Gießen anlässlich des Treffens.

 

Die Schulleiterin Cornelia Waitz-Dahl stellte ihre Schule vor und betonte, dass die XENOS-Themen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, aber auch der Bereich Übergang Schule – Beruf für sie auch in der Zukunft ein wichtiges Thema bleibt. Die Eröffnung der Tagung übernahm der Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises, Helmut Betschel-Pflügel, und dankte den Anwesenden für ihre Unterstützung schon bei der Antragstellung. Diese mache den Antrag noch glaubwürdiger und zeichne ein ganzheitliches Bild des Konzepts, in dessen Mittelpunkt die Kooperation der beiden Landkreise ebenso steht, wie die Zusammenarbeit mit dem Amt für Lehrerbildung und den Universitäten in Hessen.

 

Auch Aaron Löwenbein, der als Projektkoordinator die inhaltliche Durchführung im Wetteraukreis verantwortet, ist zufrieden: „Gemeinsam mit dem Landkreis Gießen können wir jetzt das XENOS-Projekt auf Mittelhessen ausweiten.“ Die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis Gießen ist garantiert, da der Gießener Projektkoordinator, Jörg Glasenhardt-Freymann, einst für den Wetteraukreis XENOS mit Leben erfüllt hat und sich die beiden daher gut kennen. Ziel der Bemühungen ist es, junge Menschen stark machen, damit diese gegen rechtsradikale Meinungsmache widerstandsfähig werden. Im Projekt „XENOS – Integration und Vielfalt“ bilden die Schulen damit den Kernbereich der Aktivitäten. Dabei werden Vereine und Verbände mit einzubeziehen sein, denn die Idee von XENOS sollte in der Fläche präsent sein.

 

„Wir konnten schon ein erstes Projekt mit XENOS fördern“, erklärte Jörg Glasenhardt-Freymann. So unterstützt der Landkreis Gießen das „Papalala“-Musikfestival, das zu einem toleranten und vielschichtigen Miteinander einlädt. „Jetzt müssen wir überlegen, wie wir die Schulen, Kirchen und Vereine mit ins Boot holen, um nachhaltige Jugendarbeit im Rahmen von XENOS zu betreiben“, erklärte er den nächsten Schritt. Eine so ausgeprägte Vernetzung, wie sie XENOS schafft, hat es bis dato noch nicht gegeben, die Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern – dies sind unter anderem der DGB, die Arbeits- und Schulverwaltung, Polizeipräsidium Mittelhessen, die Wirtschaftsförderung, Vereine und Verbände von Migranten, Kirchen und Parteien – bietet Chancen, neue Lösungsansätze beim Kampf gegen rechts zu entwickeln, so Betschel-Pflügel. Er forderte die Anwesenden auf, ihre innovativen Ideen mit einzubringen. Um das entstandene Netzwerk zu festigen, sollte dieser Arbeitskreis sich vieljährlich treffen. So ist gewährleistet, dass man der Dynamik der Entwicklung gegen rechts besonders gerecht wird.

 

Dirk Haas, Integrationsdezernent des Landkreises Gießen schloss sich bei den Wünschen und Perspektiven an und teilte mit, dass fünf allgemeinbildende Schulen und eine Berufsschule des Landkreises Gießen an der zweiten Förderrunde der XENOS-Maßnahme teilnehmen werden, und an den Gesamtschulen des Landkreises Gießen neben den Workshops auch Projekte zum Übergang von der Schule in den Beruf weiterentwickelt werden unter dem Motto „Gegen rechts – kein Abschluss ohne Anschluss“. Die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit ist ebenfalls ein Schwerpunkt und die Kontakte zu den strategischen Partnern werden weiter intensiviert. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Studienseminaren und dem anwesenden Prof. Dr. Abs von der Universität Gießen, der unmittelbar seine Unterstützung anbot.

 

Der Direktor des Amts für Lehrerbildung Frank Sauerland unterstrich, dass die Lehreraus- und -weiterbildung sich stärker als bisher den XENOS-Themen widmen wird und die hessischen Studienseminare geschlossen hinter dieser Programmatik stehen. Die drei Millionen Euro des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sind gut angelegt, versprach Frank Sauerland. So werden innovative Lösungsansätze entwickelt und die Lehrerbildung erhält dadurch neue positive Impulse, die im vorhandenen Verbund mit den Partnern in den nächsten drei Jahren sehr gut umzusetzen sind.

 

Die Vertreter der Landkreise und des AfL zeigten sich sehr erfreut, wie konkret die anwesenden Partner ihre Wünsche zur weiteren Umsetzung des Programms benannten. Neben den regelmäßigen Treffen wird es eine offensive Öffentlichkeitsarbeit geben. Dazu werden bis zu zehn XENOS-Newsletter mit einer Auflage von circa 7.000 Exemplaren herauskommen, worin die Aktivitäten beschrieben und die Vorstellungen der Partner dargestellt werden. Es wird Musik-Events geben, so im Landkreis Gießen am 2. und 3. März unter dem Titel „Papa Lala“ in Staufenberg-Treis. Weiter werden Projekt- und Produktmessen unter Beteiligung der Partner durchgeführt und die Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden intensiviert.