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Landrat Marx dankte für Hilfe nach Blitzeis

Landrat Marx dankt für Hilfe nach Blitzeis

Prof. Dr. Dr. Reinhard Schnettler (links), Direktor der Gießener Uni-Klinik, und Landrat Willi Marx während einer Symposiums-Pause.

(Bild: Kreisverwaltung Gießen: Horst Jeckel)

Teilnehmer des 8. Rettungsdienst-Symposiums

Blick auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 8. Rettungsdienst-Symposiums am 24-01-2009 im Busecker Schloss. Im Vordergrund in der ersten Reihe von rechts nach links Dr. Dr. Hans von Rechenberg, Landrat Willi Marx, Prof. Dr. Dr. Reinhard Schnettler und Horst Jeckel.

(Foto: Kreisverwaltung Gießen: Heinrich Ranft)

Gesprächspause vor dem Busecker Schloss

Während des 8. Rettungsdienst-Symposiums (24-01-2009) stellten sich in einer Gesprächspause vor dem Busecker Schloss dem Fotografen (von links nach rechts): Landrat Willi Marx (GI), Horst Jeckel (Fachdienst „Rettungsdienst“ der Kreisverwaltung Gießen), Prof. Dr. Rainer Moosdorf (Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Gießen/Marburg GmbH, Standort Marburg), Prof. Dr. Dr. Norbert Katz (Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums GI/MR, Standort Gießen), Oliver Meermann (JUH-Regionalvorstand), Dr. Erich Wranze-Bielefeld (Ärztlicher Leiter „Rettungsdienst“ der Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf), Dr. Dr. Hans von Rechenberg (Ärztlicher Leiter “Rettungsdienst“ der Kreisverwaltung Gießen), Dr. Clemens Kill, (Marburger Notarzt), Landrat Robert Fischbach (MR), Markus Müller (Geschäftsführer DRK-Rettungsdienst „Mittelhessen“).

(Foto: Kreisverwaltung Gießen: Heinrich Ranft)

Rettungswagen + Kliniken: Enorme Auslastung

 

Durch plötzlich auftretendes Blitzeis kam es am vorvergangenen Samstag (17. Januar 2009) zu vielen Unfällen im gesamten Kreisgebiet. Feiner Regen hatte die Straßen und Bürgersteige in und um Gießen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Dieses außergewöhnliche Wochenende war daher auch am Rande des 8. Mittelhessischen Rettungsdienst-Symposium am vergangenen Samstag (24. Januar) noch einmal Thema vieler Gespräche. Schließlich wurden auch die über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Fort- und Weiterbildung durch glatte Straßen während der Anfahrt nach Buseck behindert. An sich nichts außergewöhnliches zu dieser Jahreszeit. Aber auch kein Vergleich dazu, was genau eine Woche zuvor stattgefunden hatte.

 

Gut 200 Patientinnen und Patienten mussten bei diesem Witterungseinbruch in den heimischen Kliniken versorgt werden. Viele der Betroffenen mussten auch durch die Rettungsdienste transportiert werden. Oft mussten Straßen erst gestreut werden, damit Notarzt- und Rettungswagen überhaupt zu den Patienten kommen konnten.

 

Daher griff Landrat Willi Marx als Dezernent für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst diesen 17. Januar 2009 nochmals auf, um sich ausdrücklich bei Rettungsdiensten und Kliniken für den beispiellosen Einsatz in dieser außergewöhnlichen Situation zu bedanken.

 

Bei einer Lufttemperatur von minus zwei Grad Celsius erstarrte der Niederschlag auf dem bis zu 30 Zentimeter tief gefrorenen Boden in wenigen Sekunden zu Eis. Die Glätte hatte nicht nur die Autofahrer überrascht, sondern vor allem auch die Fußgänger. Viele von ihnen stürzten schon auf dem Weg zum Briefkasten oder während des Brötchenholens. Viele kamen mit Knochenbrüchen in die Krankenhäuser.

 

Mehr als 90 glättebedingte Einsätze waren es für Rettungsdienste und Feuerwehr. Oft wurde im Minutentakt alarmiert. Zur Bewältigung wurden zusätzliche Rettungswagen von Deutschen Roten Kreuz sowie der Johanniter-Unfallhilfe alarmiert.

 

In den Kliniken waren besonders die chirurgischen Abteilungen betroffen. Die Folgen der zahlreichen Stürze waren dort auch noch Tage danach zu spüren. In den Operationssälen waren bedauerlicherweise Überstunden angesagt. Auch die Zentrale Leitstelle für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst musste personell verstärkt werden.

 

Neben Rettungsdiensten und Feuerwehren wurden von dort auch die Streudienste in jene Bereiche dirigiert, in denen die Bevölkerung besonders gefährliche Straßenverhältnisse gemeldet hatte. Die meisten Unfälle ereigneten sich dabei im Stadtgebiet Gießen, wie Brandrat Dipl.-Ing. Harald Rehmann, Leiter der Berufsfeuerwehr Gießen und verantwortlich für den Dienstbetrieb in der Leitstelle, mitteilte. „Auch für unsere Einsatzkräfte sind vereiste Straßen natürlich ein großes Problem bei ihren Einsatzfahrten. Während alle Anderen zum langsamen Fahren aufgefordert werden, müssen unsere Leute schnell unterwegs sein", umschrieb Horst Jeckel vom Fachdienst „Rettungsdienst“ der Kreisverwaltung die Problemlage. Dennoch gehe Ankunft vor Schnelligkeit. „Niemandem ist geholfen, wenn die Retter auf dem Weg zum Einsatz oder zum Krankenhaus selbst verunglücken“.

 

Wie Prof. Karl-Heinz Muhrer berichtete, wurden gut 70 Patienten im Evangelischen Krankenhaus aufgrund der Glatteisfolgen behandelt. Von den 14 Menschen, die mit Handgelenks-, Unterarm- oder Sprunggelenksbrüchen eingeliefert worden seien, mussten einige „notfallmäßig sofort operiert werden“, präzisierte der Ärztliche Direktor des Krankenhauses.

 

Qualitätsbeauftragter Michael Pieck von der Asklepios-Klinik in Lich zählte an diesem Wochenende rund 40 Sturzopfer, die eingeliefert wurden. Bei Chefarzt Dr. Hermann Lieser im St.-Josefs-Krankenhaus wurden rund 35 Menschen innerhalb kurzer Zeit eingeliefert oder hätten nach einem Sturz die chirurgische Ambulanz aufgesucht.

 

„Die Unfallchirurgie im Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, war mit über 100 Patientinnen und Patienten übervoll, das Tagesprogramm im Operationssaal musste mehrfach nach hinten geschoben werden, so dass auf die Unfallchirurgen eine enorme zeitliche Mehrbelastung zukam. Viele Menschen hätten mit Handgelenks-, Unterarm- oder Sprunggelenksbrüchen sofort operiert  werden müssen, so Prof. Dr. Dr. Reinhard Schnettler, Direktor der Klinik.

 

Landrat Willi Marx, bedanke sich daher herzlich „für die gute Zusammenarbeit und das große Engagement aller Beteiligten bei Rettungsdiensten, Kliniken, Leitstelle, Polizei, Feuerwehr, THW, Streudiensten – einfach allen, die geholfen haben, diesen Ausnahmezustand zu bewältigen.“ Aber dank der zahlreichen Einsatzkräfte im Landkreis könne die Bevölkerung sicher sein, dass im Fall der Fälle immer schnell geholfen werde, adressierte Landrat Marx in seiner Erklärung abschließend an die Bürgerinnen und Bürger.