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Kreis schließt erste interkommunale Vereinbarung zur Betreuung Demenzkranker

Landkreis und drei Kreiskommunen vereinbaren gemeinsame Finanzierung ehrenamtlicher Strukturen – Sozialdezernent Oßwald: Netz im Kreis jetzt bald flächendeckend – Wichtiger Baustein für Betreuung der Erkrankten

 

Gießen/Lollar/Staufenberg/Rabenau. Der Landkreis Gießen unterstützt ab sofort gemeinsam mit den Städten Lollar und Staufenberg sowie der Gemeinde  Rabenau den Auf- und Ausbau eines Netzwerkes zur ehrenamtlichen Betreuung demenzkranker Bürgerinnen und Bürger. Dazu schlossen die drei Kommunen mit dem Kreis eine Vereinbarung, um  Rechts-, Verfahrens-, Finanzierungs- und Planungssicherheit zu schaffen. „Das ist unsere erste interkommunale Vereinbarung zu diesem Thema“, freute sich Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Dirk Oßwald (Freie Wähler).
  
Hintergrund ist der deutlich spürbare Anstieg der Zahlen von Demenzerkrankten. In Deutschland leiden ca. 1,2 Millionen Menschen an der Krankheit, durch die Betroffenen  alltägliche Aktivitäten vielfach nicht mehr selbständig durchführen können und dadurch verstärkt auf Betreuung und Pflege angewiesen. Für die Angehörigen entstehen dadurch vielfältige Belastungen.

 

Um die Situation der Betroffenen wie der Angehörigen zu verbessern, hat der Bundesgesetzgeber mit dem Pflegeleistungsgesetz und dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz seit 2009 die Möglichkeit zur Förderung von sogenannten „niedrigschwelligen Betreuungsangeboten“ geschaffen. Der Leitgedanke besteht darin, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vor Ort ausgebildet werden und unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Demenzkranken übernehmen. Wichtig ist dabei, dass die ehrenamtlichen Demenzhelfer keine Pflegeleistungen wie ambulante Dienste übernehmen, sondern sich um die betroffenen Menschen kümmern, sie unterstützen im Alltag, mit ihnen spielen, Gedächtnistraining machen, vorlesen, spazieren gehen oder Einkäufe erledigen.   

 

Die Ausbildung der ehrenamtlichen Demenzhelfer finanzieren nach dem erfolgreichen Giessener Modell anteilig Pflegekassen, Kreis und Kommunen.

Der Landkreis und die beteiligten Städte und Gemeinden – ab jetzt auch Lollar, Staufenberg und Rabenau - fördern die Ausbildung und Betreuung der ehrenamtlichen Helfer dabei zusammen mit 50 Prozent. In gleicher Höhe stellt die Pflegeversicherung Mittel zur Verfügung.

 

Durch die erfolgte Vereinbarung soll nun die praktizierte hälftige Teilung der Zuschüsse zwischen Kreis und Kommunen rechtlich festgeschrieben werden.

Aktuell wird in 13 der 18 Kreiskommunen eine derartig geförderte niedrigschwellige Betreuung nach § 45b und c des Sozialgesetzbuches elf angeboten. „Wir möchten diese Angebote zeitnah auf alle Städte und Gemeinden des Landkreises ausweiten und somit die Lebensqualität der Patienten und ihrer pflegenden Angehörigen verbessern“, machte Sozialdezernent Dirk Oßwald deutlich.

 

In Allendorf/Lumda ist der Verein für häusliche Kranken- und Altenpflege e.V. zuständig. In Biebertal, Fernwald, Linden, Lollar, Pohlheim, Rabenau und Staufenberg sind die jeweiligen Diakoniestationen Ansprechpartner.


In Reiskirchen können sich betroffene und interessierte Bürgerinnen und Bürgen an die Sozialstation der Gemeinde wenden, in Hungen an den Verein Bürger für Bürger e.V. In Laubach und Lich sind die Schulungs- und  Koordinationsaufgaben beim Oberhessischen Diakoniezentrum Johann-Friedrich-Stift angesiedelt. In der Stadt Gießen übernehmen die Sozialen Dienste der Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband, das Evangelische Pflegezentrum, die freie evangelische Gemeinde sowie der Förderkreis häusliche Pflege e.V. die Trägerfunktion.

 

Ein Angebot von ehrenamtlichen Demenzhelfern gibt es bereits in Allendorf/ Lumda, Biebertal, Fernwald, Hungen, Laubach, Lich, Linden, Lollar, Pohlheim, Rabenau, Reiskirchen, Staufenberg sowie in der Stadt Gießen.

 

Informationen, wie man Kontakt zu den ehrenamtlichen Demenzhelfern bekommt oder sich selbst als solcher engagieren kann, gibt es bei den oben genannten Organisationen, bei der jeweiligen Pflegekasse oder beim Landkreis Gießen, Ansprechpartner Dirk Wentzel, Riversplatz 1-9, 35394 Gießen, Tel. 06 41/93 90-9731, E-Mail: Dirk.Wentzel@lkgi.de. Die Homepage des Landkreises Gießen finden Sie unter www.lkgi.de.