„Lösungen sind fast immer möglich“
Bildunterschrift:
Warben auf der Bau-Expo für sachgerechte Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden (v.l.): Landrätin Anita Schneider, Charlotte Bairstow (Untere Denkmalschutzbehörde), Wolfgang Helm (Fachbereichsleiter Bauordnung und Umwelt Landkreis), Jutta Mößer (Bezirksdenkmalpflegerin), Joachim Rauch (Leiter der Denkmalschutzbehörde Gießen) und Prof. Dr. Gerd Weiß (Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen). Bild: Landkreis Gießen
Landkreis Gießen, Stadt Gießen und Landesamt für Denkmalpflege informieren auf Bau-Expo über sachgerechte Sanierungen von Gebäuden
Wer in einem alten Haus lebt, steht bei Renovierungen vor speziellen Fragen. Diese wurden mit vielen Informationen während der Messe Bau-Expo in den Hessenhallen beantwortet. Expertinnen und Experten des Landkreises Gießen, der Stadt Gießen und des Landesamts für Denkmalpflege Hessen standen den Besuchern vier Tage lang Rede und Antwort.
„Durch falsche Maßnahmen können im Altbestand sehr viele Folgeschäden entstehen“, sagte Landrätin Anita Schneider während eines Pressegesprächs an dem Stand in Halle 2. Für den Landkreis habe die Denkmalpflege vor allem durch die Vielzahl an Fachwerkhäusern eine hohe Bedeutung. Um die Menschen mit der Beratungskompetenz zu erreichen, gehe die Kreisverwaltung auch neue Wege. „Als erster hessischer Landkreis haben wir im Oktober eine Denkmalschutztagung in Kooperation mit einer Schule, der Kreishandwerkerschaft, dem Denkmalbeirat sowie regionalen Künstlern ausgerichtet.“ Ziel ist es, die Wahrnehmung der Menschen im Umgang mit Denkmälern zu sensibilisieren. Zumal der Landkreis Gießen sachgerechte Sanierungen von Gebäuden in Höhe von jährlich 38.000 Euro bezuschusst. Im Gespräch am Messestand zeigten die Beraterinnen und Berater Fördermöglichkeiten auf.
„Mit Denkmalschutz sowie Maßnahmen zum Erhalt historischer Bausubstanz pflegen wir die Erinnerungskultur an unsere Vergangenheit, schaffen ein Bewusstsein für den Erhalt des kulturhistorischen Erbes als auch eine Identität mit der eigenen Heimat“, sagte die Landrätin weiter. Der Landkreis verfügt mit den Fachleuten in der Unteren Denkmalschutzbehörde über eine kompetente Anlaufstelle für Ratsuchende. Und weiter: „Denkmalschutz und modernes Wohnen und Arbeiten sind keine unvereinbaren Gegensätze.“ Lösungen seien fast immer möglich, die sowohl den historischen Gebäuden als auch deren Nutzerinnen und Nutzern gerecht werden. Am Stand des Landesamtes für Denkmalpflege konnten auch entsprechende Faltblätter des Landkreises etwa über „Wärmedämmung im Fachwerkbau“ oder einen „Dachausbau im Altbau“ mitgenommen werden. „Wir versuchen, stets eine Lösung zu finden, die für alle tragbar ist“, fügte Charlotte Bairstow von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises hinzu.
„Wir unterstützen sehr die kommunalen Initiativen“, sagte Prof. Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Für Eigentümer sei es auch sinnvoll, wenn er oder sie gleich die richtigen Ansprechpartner antreffen könnten, um die für sie wichtigen Fragen zu stellen. Zugleich verwies er auf einen Umstand, der oft übersehen wird. Denn alte Gebäude haben eine sehr positive energetische Bilanz: „Ein Haus, das seit über hundert Jahren steht, hat Ressourcen geschont.“ Mit Hilfe eines neuen Förderprogramms werde es künftig möglich sein, dass auch Denkmalbesitzer durch energetisches Sanieren Kosten sparen und in den Genuss von staatlichen Fördermitteln kommen könnten, ohne das charakteristische Erscheinungsbild ihres Gebäudes durch Dämmmaterialien verändern zu müssen. Der Bund legt ab 1. April ein neues KfW-Förderprogramm in Höhe von zwei Milliarden Euro auf.
Interessierte zum Thema „Sachgerechte Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden“ können mit Charlotte Bairstow oder Barbara Steuernagel von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises über Tel. 0641-93901554 bzw. -1445 oder per E-Mail (udb@lkgi.de) Kontakt aufnehmen.








