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Ökologie und Ökonomie sind die Beratungsziele

Unternehmen haben Bedarf an Abfallberatung  – AC berät im Auftrag des Landkreises – Oßwald: beeindruckende Ergebnisse dokumentieren Notwendigkeit
 
„Ein Unternehmen muss wirtschaftlich arbeiten. Schon deshalb ist die Abfallvermeidung und die Getrenntsammlung dort ein Dauerthema und trotzdem wird in Unternehmen nicht nur aus Gründen der Kosteneinsparung Abfall vermieden“, so Susanne Müller von der AC Abfall Consult & Engineering GmbH (AC). Viele Unternehmen sind sich Ihrer Verantwortung den Umweltschutz betreffend bewusst und haben unterschiedliche Aktivitäten entwickelt um Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen. Die AC ist vom Landkreis Gießen dazu beauftragt, die Unternehmen bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben in ihrem Betriebsablauf, bei der richtigen Getrenntsammlung und natürlich bei der Abfallvermeidung zu unterstützen. „Bei den Bemühungen, Abfälle zu vermeiden oder zu reduzieren, sind die Unternehmen der Region eine wichtige Zielgruppe. Wir haben die Erfahrung, dass Unternehmen im Sinne von ökonomischer Notwendigkeit und  ökologischer Verantwortung ein großes Interesse an einer professionellen Abfallberatung haben“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete und Abfallwirtschaftsdezernent Dirk Oßwald.

 

Die Möglichkeiten und das Engagement der Unternehmen bei der Reduzierung und Vermeidung von Abfällen sind vielfältig. Im Rahmen der Woche zur Abfallvermeidung  möchte der Landkreis Gießen gemeinsam mit der AC  die Aktivitäten dreier Unternehmen aus der Region exemplarisch vorstellen.

 

Ökologie und Ökonomie sind in der Brühlschen Universitätsdruckerei in Gießen Wieseck kein Widerspruch. „Wir waren die Ersten in Deutschland, die Recyclingpapier im Rollenoffsetdruck benutzt haben“, berichtet Hans-Jürgen Koob, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Das ist ein wichtiger, weil ergiebiger Bereich zur Abfallvermeidung. Denn der größte Materialeinsatz in einer Druckerei liegt beim Papier.

 

Das Papier für den Rollenoffsetdruck wird auf riesigen Rollen angeliefert. Im Verarbeitungsprozess fallen verschiedene Abfälle an, die dann  getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Weitere Materialien bilden die mit einer lichtempfindlichen Schicht versehenen Druckerplatten aus Aluminium. Sie werden nach der Verwendung eingeschmolzen und dann wieder verwendet, die Entwickler für die Druckplatten sowie das Spülwasser werden gereinigt und mehrfach verwendet.

 

Moderne Maschinen mit genauen Einstellmöglichkeiten sorgen dafür, dass von vornherein nicht zu viel Abfall- sei es an Papier, an Farben oder Lösungsmitteln- anfällt und das eingesetzte Material bestmöglich genutzt wird.
Ganz auf Papier, zumindest bei den nötigen und umfangreichen Dokumentationen, verzichtet dagegen das pharmazeutische Unternehmen Pascoe. Das Gießener Unternehmen wurde 1918 von dem Apotheker Friedrich H. Pascoe gegründet und stellt heute rund 200 Präparate aus dem Gebiet der Naturmedizin her.

 

Die Herstellung von Arzneimitteln unterliegt einer sehr strengen Überwachung. Im Produktionsprozess muss jeder Schritt akribisch aufgezeichnet und nachvollziehbar belegt werden. Das strenge Herstellungsverfahren bringt in den meisten pharmazeutischen Unternehmen einen Berg an Papieren und Dokumenten mit sich.

 

Bei Pascoe allerdings werden alle Herstellungsschritte papierlos dokumentiert. „Dadurch vermeiden wir in großem Umfang die Verwendung von Papier und gehen auch hier konsequent den Weg zur Natur“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Pascoe.


Einen weitaus härteren Stoff als Papier einzusparen, hat sich das Unternehmen Ferrum Recycling GmbH zur Aufgabe gemacht. Ferrum kommt aus dem Lateinischen und heißt Eisen. Eisen ist ein wertvoller Rohstoff, Hauptbestandteil von Stahl, einem Material, das aus unserem Alltag nicht wegzudenken ist. Obwohl Eisen häufig vorkommt ist es doch weniger aufwendig, das Metall zu recyceln als es aus Erzen neu zu gewinnen. Vom Moniereisen bis zum Autowrack werden die Eisen- und auch sogenannte Nichteisenmetalle gesammelt und zunächst auf Schadstoffe kontrolliert. Anschließend werden mit dem Bagger oder auch per Hand Störstoffe entfernt, bevor dann die Sortierung nach Legierung und Metallarten erfolgt. Im nächsten Schritt wird dann geschnitten, gepresst oder paketiert und beispielsweise zu Gießereien transportiert, wo es wieder in die Produktion einfließt. „Wir arbeiten ökologisch, können dabei aber auch die Ökonomie nicht außer Acht lassen, “kommentiert der Geschäftsführer Romain Hahn.

 

Ein Statement das einige Unternehmen im Landkreis Gießen unterschreiben würden.

 

Unternehmen die Interesse an einer Beratung zur Reduzierung und Vermeidung von Abfällen haben, könne sich an den Landkreis Gießen, Fachdienst Abfallwirtschaft unter 0641/ 9390-1900 oder abfallwirtschaft@lkgi.de. oder an die AC Abfall Consult Engineering GmbH, 0641 96985-18 Susanne Müller, Annika Sonneborn, S.Mueller@die-ac.de wenden.