Dr. Little rettet Menschenleben im Team
Landkreis Gießen hat mit Simon Little seit einem Jahr einen neuen Ärztlicher Leiter Rettungsdienst
Im Notfall wählt man die „112“ und qualifizierte Hilfe kommt schnell. Kaum jemand macht sich in der Regel aber Gedanken über die komplexe und komplizierte Infrastruktur, die sich dahinter verbirgt. Dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst des Kreises Gießen kommt im komplexen System der Rettungsdienste dabei eine Schlüsselrolle zu. Dr. Simon Little (42) arbeitet nun seit gut einem Jahr an dem Ziel, die Bevölkerung mit rettungsdienstlichen Leistungen möglichst optimal zu versorgen. Ein guter Anlass für Landrätin Schneider als zuständiger Dezernentin, der interessierten Öffentlichkeit über die Arbeit des medizinischen Fachmannes zu berichten.
Dr. Little ist als Ärztlicher Leiter „Rettungsdienst“ für das medizinische Qualitätsmanagement der Patientenversorgung und Patientenbetreuung im Notarzt- und Rettungsdienst verantwortlich und berät die Kreisverwaltung Gießen als Trägerin des Rettungsdienstes bei allen notfallmedizinischen Fragen. Diese reichen von der Auswahl der Rettungsdienst-Fahrzeuge über die Ausstattung mit medizinischem Gerät und Medikamenten bis hin zur Aus- und Fortbildung des rettungsdienstlichen Personals.
Er sichert die Qualität und beleuchtet Organisationsstrukturen im Rettungsdienst, um damit eine möglichst optimale Versorgung zu gewährleisten. Außerdem muss er die Kontakte zur Zentralen Leitstelle des Landkreises Gießen für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst, den Hilfsorganisationen wie DRK und JUH, den Krankenkassen, Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten herstellen und diese natürlich auch pflegen.
Er ist natürlich ebenfalls auch mit in die aktive Notfallrettung eingebunden. So fährt er selbst zahlreiche Einsätze in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten, der Feuerwehr und der Polizei. Dabei geht die Palette der Aktivitäten von der Hilfe beim häuslichen Notfall über Verkehrsunfälle bis hin zu Großschadenslagen, etwa einem Busunglück.
Um diesen vielfältigen und komplexen Aufgaben nachkommen zu können, so Schneider, bedarf es guter beruflicher und persönlicher Voraussetzungen. Diese bringt Dr. Little mit.
Sein Fazit nach einem Jahr: „Die Gesamtverantwortung für den Rettungsdienst, die Fachaufsicht über die Einsatzkräfte, Qualitätsmanagement, Einsatzplanung, Planung und Gestaltung des Rettungsdienst-Bereiches sind große Herausforderungen, denen ich mich gerne stelle. Zusammen mit Horst Jeckel (Sachbiet Rettungsdienst in der Kreisverwaltung) haben wir im ersten Jahre meiner Tätigkeit viel Arbeit für den Rettungsdienst im Landkreis Gießen geleistet und einige, wie ich finde, gute Ideen zum Wohle der Patientinnen und Patienten umgesetzt. Schließlich sprechen wir von über 30.000 Einsätzen, welche die Rettungsdienste im Jahr im Landkreis zu bewältigen haben.“
Unter den zahlreichen Projekten waren die Aus- und Fortbildungen für Notärzte, Leitende Notärzte, Schulungen der Rettungssanitäter und Rettungsassistenten, Früh-Defibrillation, Schockraum-Leitlinien, Lyse-Therapie sowie Schlaganfall-Konzepte. In solchen „Notfallplänen“ ist festgelegt, welche Kräfte und Rettungsmittel bei Unfällen mit vielen Verletzten, zum Beispiel bei schweren Verkehrunfällen, zu alarmieren sind. Sie definieren die Kommunikationswege und regeln auch, wer wem was zu sagen hat.
Denn im Ernstfall muss das Zusammenspiel der Notärzte und Rettungskräfte insgesamt am Einsatzort reibungslos laufen, alles andere kostet Zeit und Leben. Die Zertifizierung der Rettungsdienste nach DIN EN ISO 9001 durch den TÜV Hessen gehörte genauso dazu, wie auch der „Tag der Retter“ in Grünberg, bei dem erstmals die Palette der Aufgaben des Rettungsdienstes des Landkreises Gießen vor tausenden von Besucherinnen und Besuchern präsentiert wurde.
Little ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er begann im Rahmen des Zivildienstes seine „Rettungsdienstkarriere“ im Wetteraukreis. Nach abgeschlossener Ausbildung zum Rettungssanitäter im Jahr 1990 war Little hauptamtlich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, Kreisverband Wetterau, angestellt und seither verantwortlich auf Notarztwagen und Rettungswagen eingesetzt.
Im Jahre 1992 erfolgte die Anerkennung als Rettungsassistent und Little war neben seiner aktiven Tätigkeit im Rettungsdienst an der Bundesschule der Johanniter-Unfall-Hilfe Hessen (Nieder Weisel) auch in der Rettungssanitäter- und Rettungsassistentenausbildung tätig.
Während seines Medizinstudiums an der Justus-Liebig-Universität in Gießen wechselte er zum Kreisverband Gießen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Dort tat er Dienst in der Rettungswache Linden sowie den Notarztstandorten Lich und Grünberg.
„Mit Familie, Studium, Doktorarbeit und Job wurde die Zeit einfach knapp“, begründet Dr. Little seinen Wechsel nach Gießen. „Die neuen Kollegen haben mir den Wechsel echt leicht gemacht“, lautet sein Fazit Daneben war die bekannt gute Qualität der rettungsdienstlichen Versorgung im Landkreis Gießen ein weiterer ausschlaggebender Faktor.
Außerdem war Little damals bereits als Rettungsassistent mit dem Rettungshubschrauber „Christoph Reichelsheim“, dem Vorgänger des aktuellen „Christoph Hessen“, im Einsatz.
Nach Abschluss des Medizinstudiums nahm er zunächst als Arzt im Praktikum und später als Assistenzarzt seine Tätigkeit in der Abteilung „Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Schmerztherapie“ am Klinikum der Justus-Liebig-Universität auf. Nach erfolgreicher Promotion und dem Erwerb des Fachkundenachweises „Rettungsdienst“ wechselte Dr. Little im Jahre 2003 „den Sitzplatz im Notarzt-Einsatzfahrzeug“ und ist seitdem als Notarzt im gesamten Landkreis Gießen tätig.
Seit 2005 ist Dr. Little ständiges Mitglied des Qualitätszirkels „Notfallmedizin“ der Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf. Nach Erlangung der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“, dem Facharzt im Fach „Anästhesiologie“, der Ausbildung zum Leitenden Notarzt (LNA) bei der Berufsfeuerwehr in Kassel, ist er seit März 2009 auch als Leitender Notarzt im Team der Technische Einsatzleitung Rettungsdienst des Landkreises Gießen aktiv.
Neben seiner Tätigkeit als Anästhesist am Universitätsklinikum Gießen Marburg GmbH, Standort Gießen, und als Notarzt auf den Notarzt-Einsatzfahrzeugen und des Rettungshubschraubers, ist Little nun seit einem Jahr mit einer halben Stelle im Sachgebiet „Rettungsdienst“ im Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“ des Landkreises Gießen als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) tätig.
Landrätin Anita Schneider lobt daher auch Dr. Simon Little für seine Innovationskraft: "Wir können gemeinsam stolz sein auf die außergewöhnliche Zusammenarbeit in der Gefahrenabwehr sowie die hervorragende Arbeit für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen im Kreis Gießen“, resümiert die Dezernentin.
Dr. Little ist Nachfolger von Dr. Dr. Hans von Rechenberg, der diese Position seit 2005 inne hatte und in den Ruhestand verabschiedet worden ist.








