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   ZAUG-Gesellschafterversammlung genehmigt Wirtschaftsplan für 2008

Die Giessener Beschäftigungs- und Qualifizierungs-gesellschaft ZAUG gGmbH verfügt seit gestern über einen genehmigten Wirtschaftsplan für das Jahr 2008. Im Gegensatz zum gültigen Plan 2007, der noch mit einem Defizit von rund 40.000 Euro aufgestellt war, ist für das kommende Jahr eine „schwarze Null“ geplant. Dies beschlossen die Gesellschafter – die 17 Kreisgemeinden, die Stadt Gießen und der Landkreis – gestern während ihrer turnusgemäßen Versammlung in der ZAUG-Zentrale im Giessener Kiesweg, wie Erster Kreisbeigeordneter Stefan Becker, Vorsitzender der ZAUG-Gesellschafterversamm-lung, gestern zusammen mit Giessens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen der Gesellschaft, berichteten.

 

„Der Wirtschaftsplan sieht die Fortsetzung der bewährten Arbeit in allen Sparten von ZAUG für das nächste Jahr vor und zusätzlich eine Ausweitung der Aktivitäten um den „Giessener Weg“, teilten Beide mit. Der so genannte Gießener Weg ist eine modulare Qualifizierung von älteren Langzeitarbeitslosen. Starten soll dieses Programm ab dem 1. Februar 2008.

Die Finanzierung der Gesellschaft steht weiterhin auf sicheren Füßen, wofür Becker und Haumann ausdrücklich Geschäftsführerin Monika Neumaier und Prokuristin Angelika Reul und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankten.

 

Auch der Zuschussbedarf der Gesellschaft für das Jahr 2008 zeigt, dass die Geschäftsführung den laufenden Prozess der Umstrukturierung unter Beteiligung der Mehrheitsgesellschafter professionell umsetzt. Der Landkreis gibt nach dem Kreistags- und Satzungsbeschluss ab 2008 keine Festbeträge mehr in die Gesellschaft, sondern gleicht lediglich die kalkulierten Fehlbeträge aus. Damit sinkt der Zuschuss von ehemals 850.000 Euro in 2006 über 650.000 Euro in diesem auf 160.000 Euro im nächsten Jahr. Die Stadt Gießen finanziert ZAUG aufgrund bestehender Verträge aus der Redelegation der Sozialhilfe an den Kreis noch bis 2010 mit jährlich 170.000 Euro.

 

Ausführlich diskutierten die Gesellschafter die geplante strategische Partnerschaft der Gesellschaft mit dem Verein Lebenshilfe Gießen. Für den Landkreis als derzeitigem Mehrheitsgesellschafter (50,18%) stellte Becker die Pläne vor. Er machte deutlich, dass man ZAUG nach verschiedenen grundlegenden Veränderungen – angefangen von den Auswirkungen der Hartz-Gesetze seit 2005 bis hin zu den geänderten Finanzierungsstrukturen durch den Kreis – dauerhaft nur mit einem starken Partner sichern und erhalten könne. Dazu habe man ein Konzept vorgestellt, dass zwei große, anerkannte Sozialgesellschaften zusammen bringt, die derzeit auf ähnlichen, aber im Detail nicht deckungsgleichen Feldern im Landkreis sehr erfolgreich arbeiten. In der gegenseitigen Ergänzung der Geschäftsfelder und den daraus zu generierenden Effekten, so Becker, liege der Schlüssel zum sozialpolitisch und wirtschaftlich langfristigen Erfolg.

 

Wie angekündigt, bleibt auf der Ebene der Gesellschafter nun Zeit zur Beratung offener Fragen und zur Diskussion der vorgestellten Zukunftsstrategie für den dauerhaften Erhalt von ZAUG. Es herrschte Einvernehmen, dass man die Inhalte in einer weiteren Versammlung am 12. Dezember – fünf Tage vor der geplanten Entscheidung des Kreistages zu diesem Thema – ausführlich besprechen und erste Entscheidungen treffen will. Ein erstes Stimmungsbild ergab aber bereits eine sehr deutliche Zustimmung der Gesellschafter für eine Kooperation mit der Lebenshilfe in der vorgesehenen Form.