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Q-Fieber-Infektionen in Gießen aufgetreten

In Gießen sind bei drei Menschen Q-Fieber-Infektionen festgestellt worden. Betroffen ist ein Wohngebiet nahe der Gemarkung Bergwerkswald/Kleinlinden. Es ist nicht auszuschließen, dass sich noch weitere Personen infiziert haben bzw. infizieren werden. Daher ist es erforderlich, dass sich die Bevölkerung mit den von dieser Krankheit ausgehenden Risiken vertraut macht.

 

Als Ansteckungsquelle wird eine Schafherde vermutet, die in der Gemarkung häufiger anzutreffen war. Blutuntersuchungen bei den Tieren konnten inzwischen den Verdacht auf das Vorhandensein der Erreger in der Herde bestätigen. Wie der Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald versichert, arbeiten die zuständigen Gesundheits- und Veterinärbehörden eng mit dem Schäfer zusammen.

 

Nach Auskunft von Dr. Jörg Bremer, dem stellvertretenden Leiter des Gesundheitsamtes handelt es sich beim Q-Fieber um eine weltweit verbreitete, von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheit. Der Erreger Coxiella burnetii befällt vor allem Schafe, Kühe und Ziegen. Er findet sich aber auch in Zecken, Wildtieren, Hunden und Katzen. Im Mutterkuchen und im Fruchtwasser infizierter Tiere sind hohe Mengen des Erregers enthalten, die sich bei der Geburt auf Boden und Umgebung verteilen können. Zeckenkot kann ebenfalls große Mengen an Erregern enthalten. Die Erreger sind sehr unempfindlich gegen Umwelteinflüsse und können über eine lange Zeit, z. B. in Staub, auf Heu usw., überleben.


Die Übertragung des Erregers erfolgt überwiegend durch Einatmen von infektiösem Staub oder aber durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren. Der Verzehr erregerhaltiger Milch oder Milchprodukte spielt bei der Übertragung nur eine untergeordnete Rolle. Eine Mensch- zu- Mensch- Übertragung von Q-Fieber wurde nur in seltensten Fällen beschrieben.


Nach einer Aufnahme des Erregers kommt es bei ca. 50 % der Personen zu keinen oder nur sehr milden grippeähnlichen Krankheitszeichen.


Eine akute Infektion beginnt meist mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und heftigen Kopfschmerzen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu Lungen- oder Leberentzündungen kommen. Die Diagnose Q-Fieber wird durch eine Blutuntersuchung gestellt. Zur Behandlung stehen hochwirksame Antibiotika, die vom Arzt verordnet werden, zur Verfügung. In der Regel kommt es nach der entsprechenden Behandlung zu einer folgenlosen Ausheilung. In etwa 1 % aller Infektionen kann sich eine chronische Infektion entwickeln.


Die Zeit zwischen Ansteckung und Beginn der Erkrankung beträgt ca. 2 - 3 Wochen und ist u. a. abhängig von der Menge der aufgenommenen Erreger.

 

Dr. Bremer rät Menschen, die sich in der Region aufgehalten haben, beim Auftreten der geschilderten typischen Krankheitszeichen ihren Hausarzt aufzusuchen. Risikogruppen, dazu zählen Menschen mit Herzklappenerkrankungen, Immunschwächeerkrankte und Schwangere, sollten sich in den betroffenen Gebieten auch ohne aktuelle Krankheitssymptome untersuchen lassen. Die Ärztinnen und Ärzte und Krankenhäuser in der betroffenen Region sind über das Auftreten der Erkrankungen informiert.

 

Dezernent Oßwald weist darauf hin, dass das Auftreten von inzwischen mehreren Erkrankungen bei Menschen und der Nachweis des Erregers bei Schafen dazu geführt habe, dass der Landkreis für die betroffene Region die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen hat.


Für weitere Fragen können Sie das Gesundheitsamt des Landkreises unter der Rufnummer 0641-9390-1401/-1412 oder das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz unter 0641-9390-6230 erreichen. Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Landkreises www.lkgi.de.

 

 

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