Siegfried Fricke zum Gespräch beim Verein „RegionGießener Land
Foto: Wolfgang Kubat, Landkreis Gießen
„Lebensqualität im ländlichen Raum stärken„
Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Siegfried Fricke informierte sich heute (11.05.2009) im Nachgang zur Präsentation der Breitband-Initiative der Region GießenerLand über die weiteren Handlungsfelder des Vereins. Verknüpft mit einem Besuch der Geschäftsstelle der Region im Gießener Landratsamt konnte Fricke sich von der Arbeit in der Regionalentwicklung überzeugen. „Gerade die Breitbandversorgung im ländlichen Raum und die Dorfinnenentwicklung sind Themen, die mich sehr interessieren“, erklärt der hauptamtliche Kreisbeigeordnete zu Beginn des Gespräches.
In einer kurzen Präsentation unterstrich Regionalmanager Dennis Pucher die Bedeutung der vier Handlungsfelder Wirtschaft, Tourismus, Dorfentwicklung und Umwelt. Diese sind Teil des integrierten Regionalentwicklungskonzeptes der Region, die im vergangenen Jahr zur Anerkennung als LEADER-Fördergebiet geführt haben. Pucher verwies auf die Schwerpunkte der Vereinsarbeit, die in diesem Jahr auf Strategien und Projekten im Bereich „Breitband“, „Dorfentwicklung“, „Limes“ und „Bio-Energie-Region“ liegen.
Siegfried Fricke, selbst Privatmitglied im Verein, verdeutlichte während des Gesprächs, dass die Arbeit des Vereins „seine volle Unterstützung erfährt“. Zum Thema „Breitband“ merkte der Kreisbeigeordnete an: „Wir können keinem Unternehmen den Landkreis Gießen als Wirtschaftsstandort schmackhaft machen, wenn das „schnelle Internet“ nicht überall funktioniert.
Die Menschen und die Firmen der Region brauchen eine funktionierende Breitband-Infrastruktur, um nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung der Rhein-Main-Region abgehängt zu werden“. Dennis Pucher berichtete an dieser Stelle von den Vorarbeiten des GießenerLands. Hier sind bereits die ersten Vorarbeiten erledigt worden und man werde voraussichtlich noch in diesem Monat die zweite Phase, verbunden mit einer Bedarfsanalyse, starten können.
Auch die Dorfinnenentwicklung liegt dem Denkmalschutz-Dezernenten am Herzen. Fricke wörtlich: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass mancher Dorfkern im Landkreis durch den demografischen Wandel ums Überleben kämpfen muss. Aus Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern kenne ich auch die Bedürfnisse gerade der älteren Bevölkerung. Sie haben teilweise große Probleme, sich mit den alltäglichen Dingen des Lebens zu versogen.“ Pucher erläuterte Fricke hierzu die aktuelle Strategieentwicklung innerhalb der Region. Neben Gebäudebörsen, die den Leerstand in den Ortskernen beseitigen sollen, liegt hier das Hauptaugenmerk auf Nahversorgungszentren.
Diese sollen sowohl Produkte des alltäglichen Bedarfs bevorraten, als auch Post- und Bankfiliale sein. Auch die Integration eines Bürgerbüros sei denkbar. Hierzu werde von der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung gerade ein Modellprojekt erarbeitet, für dessen Umsetzung sich dann Kommunen bewerben können.
Zusätzlich plane der Verein eine Veranstaltungsreihe, die mit je einer Veranstaltung pro Teilraum sowohl die Vertreter von Kommunalpolitik und Vereinen, als auch die betroffenen Menschen erreichen und informieren soll. Die Reihe soll in der zweiten Jahreshälfte starten. “Ich finde es sehr lobenswert, dass der Verein hier die Initiative ergreift. Ein aktives Dorfleben halte ich persönlich für sehr wichtig, ich werde zukünftig alle Bemühungen des Vereins hierzu intensiv begleiten“, hob Fricke hervor.
Auch die Handlungsfelder Tourismus und Umwelt spielten bei dem Informationsbesuch eine wichtige Rolle. Pucher verwies auf die Anstrengungen aller Beteiligten zur Teilnahme an Förderwettbewerben des Bundes. So konnte man gemeinsam erreichen, dass die Region gemeinsam mit dem Vogelsberg nun offiziell „Bioenergie-Region Mittelhessen“ sei. Dies bringe dem Landkreis einen enormen Schub im Bereich erneuerbare Energien.
Durch seine Funktion als Umweltschutz-Dezernent bereits mit der Thematik vertraut, war Fricke sichtlich mit dem Engagement des Vereins zufrieden. Dass gleich vier Limesprojekte die Endrunde bei einem anderen Bundeswettbewerb erreicht haben, zeuge zusätzlich vom Know-how, über das die Region GießenerLand mittlerweile im Bereich Fördermittelmanagement verfüge.
Abschließend dankte der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete dem Verein und zeigte sich zuversichtlich, dass es gemeinsam möglich sein werde, die gesamte Region zügig weiterzuentwickeln. Er werde den Verein bei seinen Aktivitäten mit aller Kraft unterstützen und sich moderierend in die regionalen Prozesse einschalten. Siegfried Fricke kündigte an, auch in Zukunft die Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten zu wollen.








