Landrätin Anita Schneider und Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl unterschrieben Rahmenvereinbarung mit Land Hessen zur Nutzung der Geobasisdaten
Bildunterschrift:
(Obere Reihe v. l. n. r.) Dr. Hansgerd Terlinden, Stephan Stein, Gerhard Lips; (untere Reihe v. l. n. r.) HKB Dr. Christiane Schmahl, Landrätin Anita Schneider. (Foto: Kreisverwaltung Gießen: Karl-Michael Stöppler)
Nutzen für Verwaltung und Bevölkerung
Landrätin Anita Schneider und Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl unterzeichnete am Donnerstag (04-08-2011) den Rahmenvertrag mit dem Land Hessen zum Erwerb von Nutzungsrechten an den Geobasisdaten im Beisein von Dr. Hansgerd Terlinden, Präsident des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation, sowie Gerhard Lips, Leiter des Amtes für Bodenmanagement Marburg. Diese Daten umfassen das automatisierte Liegenschaftskataster sowie Luftbilder und Geländemodelle. Auf der Grundlage des Vertrages erhalten die Gebietskörperschaften die Chance zur finanziell pauschalierten Nutzung der Landesdaten.
„Wir erhalten damit ein wichtiges Werkzeug“, freuen sich Landrätin Schneider und Kreisbeigeordnete Dr. Schmahl. Mit dem Erwerb der Nutzungsrechte würden sich vielfältige Möglichkeiten für den Landkreis ergeben. Die Informationen werden von den Fachleuten des Verwaltungsbereichs „Bauordnung und Umwelt“, der dem Dezernat der hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Dr. Christiane Schmahl zugeordnet ist, praktisch verwaltet und auf aktuellem Stand gehalten. Der federführende Fachdienst „Naturschutz“ hat bereits Fachwissen durch die Aufbereitung und Anpassung der schon vorhandenen eigenen Geodaten gesammelt.
Die Nutzungsrechte umfassen unter anderem die Daten des Liegenschaftskatasters mit dem landesweit einheitlichen und permanent aktualisierten Nachweis aller Flurstücke und Gebäude im Kreisgebiet. Die reale Landschaft und das natürliche Geländerelief des Landes sind ebenfalls erfasst und können genutzt werden.
„Nun wird es darum gehen dass wir diese Geobasisdaten effektiv nutzen, um zum einen Verwaltungsvorgänge zu beschleunigen und zum anderen die Planungs- und Steuerungsmöglichkeiten zu nutzen, die sich mit diesen Nutzungsrechten ergeben, so Landrätin Schneider. So können zum Beispiel Sozialdaten mit den Geobasisdaten zusammen gebracht werden, um bestimmte Entwicklungen in Städten und Kommunen darzustellen. Dies führt zu qualitativ besseren Entscheidungsgrundlagen für die Politik.
„Somit können Geodaten die Grundlagen kommunalen Handelns auf unterschiedlichsten Gebieten – so etwa bei der Raumplanung, in der Verkehrslenkung, im Umweltschutz, Naturschutz, Sozialplanung und Denkmalschutz, für den Katastrophenschutz sowie für die Aufgaben der Versorgung und Entsorgung bilden“, ist Kreisbeigeordnete Dr. Schmahl überzeugt. So ist die überwiegende Zahl von Vorgängen beim Landkreis, aber auch bei den Städten und Gemeinden, an einen einheitlichen Raumbezug gekoppelt, der mit den Geobasisdaten geschaffen wird.
Die mit Rahmenvertrag getroffenen Vereinbarungen beziehen ein digitales Landschaftsmodell, ein digitales Geländemodell und digitale topographische Daten aus dem Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystem (ATKIS) mit ein. Für die herkömmlichen topographischen Karten in den Maßstäben 1:25.000, 1:50.000 und 1:100.000 liegen digitale Rasterdaten vor, gewonnen durch das Scannen der analogen Kartenoriginale.
Darüber hinaus bietet „ATKIS-DOP“ digitale Orthophotos im Rasterdatenformat aus farbigen Luftbildern unter Beseitigung der vorhandenen Lageverzerrungen bei einer Bodenauflösung von 20 Zentimeter. Sie werden jeweils spätestens nach drei Jahren erneuert und nach Herstellung als kompletter Datenbestand zur Verfügung gestellt.
Die Landkreisverwaltung ist durch den Abschluss des neuen Rahmenvertrages und die Umstellung auf das neue Koordinatensystem UTM (Universale Transversale Mercator-Abbildung) für die Zukunft gut aufgestellt. Für die Einführung eines Geoinformationssystems beim Landkreis Gießen haben Dr. Terlinden und Amtsleiter Lips die Unterstützung der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation zugesagt.









