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Kleinstadtzauber - WaldesruhZur Geschichte des Fremdenverkehrs im Gießener Land Zusammengestellt vom Kreisarchiv Gießen und von den Archiven der Städte und Gemeinden Buseck, Fernwald, Freienseen, Gießen, Grünberg, Heuchelheim, Hüttenberg, Hungen, Langgöns, Laubach, Lich, Pohlheim, Staufenberg Ausstellungsort:19. August (Eröffnung um 17.00 Uhr) – Ende September 2010 Buseck 24.02.2011 - 11.04.2011 Hüttenberg Mitte November 2010 - 31.12.2010 Gemeindeverwaltung Fernwald, Oppenröder Str.
Kurze Einführung
„Oberhessen hat sich fremdenverkehrsmäßig mehr und mehr entwickelt, und viele Orte werden als Erholungsgebiet oder anerkannte Luftkurorte empfohlen. Der Jugend wird zum Wandern ein neuer Antrieb gegeben, in allen Städten gibt es neue Herbergen; auch die Gastronomie hat sich darauf eingerichtet, dass Oberhessen eine Wanderung wert ist.“ Dieser Auszug aus einem Reiseführer spiegelt das Ergebnis einer Entwicklung wider, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Als die wirtschaftliche Seite des Fremdenverkehrs erkannt worden war, bemühte man sich auch im Gießener Raum um die Hebung des Fremdenverkehrs. Städte und Gemeinden warben für sich als Reiseziel. Um die Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert entstanden verschiedene Verkehrs- und Verschönerungsvereine, die sich jeweils auf lokaler Ebene um die Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs bemühten. Zu ihren Hauptaufgaben gehörte neben der Tourismusreklame auch ein direktes Wirken nach innen. Zusammen mit den Gemeindevorständen setzen sie sich für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur und ein ansprechendes Erscheinungsbild der Kommune ein. Ebenfalls zu dieser Zeit gründeten sich auch überregional tätige Vereine, wie z.B. der Vogelsberger Höhen-Club, der Westerwaldverein, der Oberhessische Gebirgsverein und sogar ein Alpenverein. Letzterer entwickelte sich aus einer „Tafelrunde der Alpenfreunde“ bzw. dem „Bergsteigerstammtisch“. Auf vielfältige Art und Weise warben die Vereine für den Tourismus in der Region. Wanderwege wurden markiert, Schutzhäuschen, Aussichtstürme, Ruhebänke und Unterkunftshütten errichtet. Sie schufen eine Infrastruktur, die von Reisenden und Touristen genutzt werden konnte, gaben eigene Reiseführer heraus oder wirkten an solchen mit, gestalteten Reklame und sprachen unterschiedliche Zielgruppen an. Sie informierten die einheimische Bevölkerung über die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus und setzten sich nicht zuletzt für die Belange des Naturschutzes und Umweltschutzes ein. Bahnverbindungen wurden schon früh für den Fremdenverkehr entdeckt und genutzt. Die Biebertalbahn, eigentlich für den Transport von Material und Produkten der Montanindustrie sowie für die Beförderung der Arbeiter zum Arbeitsplatz gedacht, belebte alsbald den Wander- und Fremdenverkehr. Wanderer und Erholungssuchende schätzten es, dass sie das Biebertal und den Dünsberg mit der Bahn leicht erreichen konnten und so manches Ausflugslokal entstand entlang der Strecke. Die von den Einheimischen liebevoll „Bieberlieschen“ genannte Kleinbahn stellte erst in den fünfziger Jahren ihre Fahrten ein. Auch in zahlreichen Reiseberichten kann man etwas über Gießen und seine Umgebung lesen. 1902 verbrachte der Amerikaner James T. Hatfield den Sommer auf der Burg Staufenberg, genoss die Erholungstage mit Spaziergängen und beschrieb Landschaft und Leute. Auch der Lyriker Rainer Maria Rilke weilte gelegentlich in der Region. Der berühmteste Gast war jedoch Johann Wolfgang Goethe, der sich auf einer Ballnacht in Volpertshausen in Charlotte Buff verliebte. Auf 23 Ausstellungstafeln können sich die Besucher über die Geschichte des Fremdenverkehrs im Gießener Raum informieren und Interessantes entdecken. Die Ausstellung wirft abschließend einen Blick auf die Gegenwart. Der von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Obergermanisch-Raetische Limes, der auf einer Streckenlänge von über 23 Km durch das Gießener Land führt ist eine kulturhistorische Sehenswürdigkeit. Und der Inheidener-Trais-Horloffer See ist eines der wichtigsten Naherholungs- und Freizeitgebiete der Region.
Kontakt:
Landkreis Gießen Der Kreisausschuss - Kreisarchiv - Sabine Raßner Riversplatz 1-9 35394 Gießen Tel: (0641) 9390-1603 E-Mail: kreisarchiv@lkgi.de
Plakate
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