Organspenden sind ein sensibles Thema |
Dezernent Fricke fordert zum Engagement auf – Kreis-Gesundheitsamt liefert Infos
Bei dem Thema „Organspende(n)“ handelt es sich um eine sensible Materie. Doch man sollte die Hände nicht in den Schoss legen und die Augen nicht davor verschliessen. Nach Meinung des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Siegfried Fricke sollte man vielmehr darüber sprechen – mit Angehörigen, Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie im Freundes- und Bekanntenkreis. Das Kreis-Gesundheitsamt biete Informationen und leiste Hilfestellungen für eine Entscheidung.
Für viele Menschen sei diese Thematik bedauerlicherweise immer noch mit Tabus behaftet, weil die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod bedrohlich wirke. Viele Menschen würden daher Gedanken über Organspenden verdrängen und das Gespräch darüber vermeiden.
Mittlerweile würden es jedoch die Fortschritte der Transplantationsmedizin erlauben, die Auswirkungen sehr unterschiedlicher Erkrankungen durch Organverpflanzungen zu beheben: von erblich bedingten Defekten über erworbene Stoffwechselerkrankungen bis hin zu Infektionen, bei denen Krankheitserreger ein Organ zerstören oder funktionsuntüchtig machten. Das grösste Problem in diesem Zusammenhang bestehe darin, dass es zu wenige Spenderorgane gebe. Derzeit würden in Deutschland etwa 12.000 schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan warten. Die Wartelisten werde immer länger.
Als Gesundheitsdezernent fordert Fricke deshalb die Bevölkerung auf: „Informieren Sie sich und entscheiden Sie erst danach.“
Dabei müsse niemand befürchten, sich ein für alle Mal festgelegt zu haben. Wer seine Einstellung zur Organspende ändere, müsse lediglich die alte Erklärung vernichten. Ausserdem sei es sinnvoll, die Angehörigen oder eine andere Vertrauensperson über die Einstellung für oder gegen eine Organspende zu informieren.
Im Organspendeausweis könne man sein Einverständnis auch auf bestimmte Organe oder Gewebe beschränken. Dies heißt, dass man bestimmte Organe oder Gewebe von der Entnahme ausschliessen oder eine Entnahme nur für bestimmte Organe und Gewebe gestatten könne, zum Beispiel Herz, Nieren oder Hornhaut. Man dürfe darin auch eine namentlich benannte Person des Vertrauens mit der Entscheidung betrauen.
Organspendeausweise erhält man bei den Einwohnermeldeämtern der Kommunen und beim Kreis-Gesundheitsamt Gießen, Ostanlage 45, 35390 Gießen. Das Ausfüllen der Erklärung sei ein völlig unbürokratischer Vorgang, der kaum Mühe erfordere; eine ärztliche Untersuchung sei nicht notwendig.
Bei Fragen steht Kornelia Frank, Ärztin im Kreis-Gesundheitsamt, unter der Rufnummer 06 41/93 90-397 gern zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
Außerdem läuft unter der Telefonnummer 0 800/90 40-400 ein Ansagetext der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema „Organspende“. Auf der Landkreis-Homepage findet man zu diesem Thema zusätzlich neben Literaturhinweisen und weiterführenden Links Organspendeausweise zum Ausdrucken in elf verschiedenen Sprachen. |
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