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Fit für Kids - Beratungszentrum Laubach-Grünberg unterstützt Eltern im Erziehungsalltag

- Ein Bericht von Susanne Schimmel

 

Viele Eltern fühlen sich bei der Kindererziehung überfordert, hilflos und alleingelassen. Wie setzen wir dem Nachwuchs klare Grenzen in Konfliktsituationen? Wie stärken wir das Selbstwertgefühl unserer Kinder? Wie drücken Eltern ihre eigenen Bedürfnisse aus? Antworten auf solche Fragen gab der Elternkurs „Fit für Kids“ des Beratungszentrums Laubach-Grünberg (BZ), das als Institution vom Landkreis Gießen und den Städten und Gemeinden im Ostkreis unterstützt wird. „Es ist ganz wichtig, Kinder und Jugendliche bedarfsgerecht in der Entwicklung zu unterstützen und Eltern eine Anlaufstelle bei Problemen im Alltag zu bieten“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald und fügt hinzu: „Uns freut, dass sich im Förderverein des Beratungszentrums zahlreiche Bürgerinnen und Bürger engagieren, aber beispielsweise auch Institutionen wie die  evangelische Kirchengemeinde Laubach, die seit 14 Jahren Mitglied ist.“ 

 

Der zehnwöchige Gesprächskurs wurde in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund (Ortverband Gießen) und der Evangelischen Familienbildungsstätte durchgeführt. Unter der Leitung von Sybillia Bansen (BZ) und Ingrid Werth (Kinderschutzbund) trafen sich in der Laubacher Grundschule vor allem sozialbenachteiligte Menschen.


„Die meisten Eltern kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen, wo Trennungsgeschichten, Gewalt und Missbrauch an der Tagesordnung sind“, berichtet Frau Bansen. Zusätzlich belasten Armut und meist auch Arbeitslosigkeit das Familienleben.

 

„Wir beginnen damit, das Positive herauszustellen und die Stärken von Kindern und Eltern zu benennen“. Mit Hilfe von Kinderfotos und Lieblingsplüschtieren wurde eine Atmosphäre der liebevollen Zuwendung erzeugt. „Ressourcen-orientiert“ statt „defizit-orientiert“ heißt diese Methode im Fachjargon: Statt mit erhobenem Zeigefinger stärkte die Kursleiterin durch Motivation und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten das Selbstvertrauen der Eltern. „Alle haben die gleichen Sorgen, das entlastet die teilnehmenden Eltern enorm“, ergänzt Frau Bansen. Mehr noch - sie gestehen einander ihre Sorgen  oder zollen sich gegenseitig Anerkennung für ihre Erfolge in der Kindererziehung: „Wie Du das durchgezogen hast – toll!“

Daneben wurden Erziehungsziele reflektiert und praktische Ratschläge für alltägliche Problemsituationen erteilt und trainiert. Der anleitende Erziehungsstil stand dabei im Vordergrund – nicht autoritär, aber auch nicht antiautoritär. Wichtig ist, dass sowohl die Bedürfnisse der Kinder als auch der Eltern berücksichtigt werden. So bekommt das Zusammenleben eine ganz neue Qualität.

 

Die letzten drei Treffen waren dem Schwerpunkt „Versorgung und Hauswirtschaft“ gewidmet. Zusammen mit Elke Wendlandt von der Familienbildungsstätte kochten die Eltern in der Küche der Theodor-Heuss-Schule gemeinsam ganze Menüs. Kartoffelgratin, Fisch und frisches Gemüse standen auf dem Speiseplan. Die Hauswirtschaftsmeisterin vermittelte ihnen die Freude an der Zubereitung frischer Zutaten und lehrte sie, dass selbstgemachter Hackbraten und pürierte Broccolisuppe nicht nur schmackhafter und gesünder, sondern im Endeffekt auch billiger sind als Dosen, Tüten und Fertiggerichte. Geldersparnis durch Vorkochen und Einfrieren oder die Ausrichtung eines Kindergeburtstags waren weitere Themen dieser praktischen Kurseinheit, die auch auf die Wichtigkeit von Familienritualen wie gemeinsame Mahlzeiten hinweist. „Nach dem Kurs haben wir uns erst mal einen Esstisch gekauft“, zitiert die Kursleiterin eine Mutter.

 

„Das hat heute wieder gut getan!“ Wegen solcher durchweg positiven Rückmeldungen trifft sich die Gruppe sogar nach dem Kurs weiterhin monatlich zum Gespräch, weil „mich hier keiner auslacht und ich über viele Dinge mit meinem Partner nicht reden kann“.  Sybilla Bansen hofft, im Herbst einen neuen Kurs in Grünberg anbieten zu können. Zudem gibt es auch Kursangebote bei Pubertätskonflikten wie Drogen- oder Alkoholmissbrauch und zur Gewaltprävention unter Jugendlichen. Informationen beim BZ Grünberg Tel. 06401/90236 und unter www.bz-laubach-gruenberg.de