Frauengeschichten auf Lesereise
Das neue Buch des Kreisfrauenbüros und der Autorin Sara von Jan wird am Montag in Lich vorgestellt. Die Protagonistinnen und die Landrätin lesen selbst.
Landkreis Gießen. Am Montag, den 5. März, wird um 20 Uhr in der Stadtbibliothek Lich (Kirchenplatz 12) der Einleger Frauen stellen Forderungen an die Zukunft – Ideen, Erklärungen und Utopien zum 200. Internationalen Frauentag in 99 Jahren vorgestellt. Der eben erst erschienene Einleger schließt an Buch Verwandte Leben – Drei Frauengenerationen aus dem Landkreis erzählen von Sara von Jan an. Frauen stellen Forderungen an die Zukunft ist genau wie der Vorgänger anlässlich eines Geburtstags des Frauenbüros des Landkreises Gießen in dessen Auftrag erschienen. In diesem Jahr feiert das Frauenbüro nämlich seinen 25. Geburtstag. Die Lesung zum neuen Werk wird von Frauen gestaltet, die am Buch mitgewirkt haben sowie auch Landrätin Anita Schneider wird eine Passage lesen.
Verwandte Leben ist anlässlich des 20. Geburtstags des Kreis-Frauenbüros vor fünf Jahren entstanden. In dem Buch erzählen 28 sehr verschiedene Frauen von ihrem Leben. Verschieden meint, mit unterschiedlichen Wohnorten, Berufen und Lebenseinstellungen, in verschiedenen Altersgruppen und Alltagssituationen. Die Interviews dazu fanden bei den Frauen zuhause in ihrer eigenen Lebenssituation statt. Sara von Jan meint: „Es war sehr wichtig, dass die Frauen in ihrer vertrauten Umgebung und damit „bei sich“ selbst sind.“ Sie hat seitdem viele positive Rückmeldungen bekommen: „Die Teilnehmerinnen waren sehr froh, an dem Projekt mitgearbeitet zu haben. Sie waren den Gedanken, dass sie oder ihr Leben wichtig sein könnten, gar nicht gewohnt und sind dadurch selbstbewusster geworden. Eine Frau, die nach dem Krieg sehr viel Aufbauarbeit geleistet hat, meinte zum Beispiel, bei ihnen sei doch nichts Besonderes gewesen.“ Die Frauen haben demnach teilweise sehr interessante Entdeckungen und Erfahrungen gemacht und Familien haben Dinge übereinander erfahren, die sie manchmal doch sehr überrascht haben.
Der neue Einleger, der praktisch noch druckfrisch ist, dockt an dieses Buch an und führt es fort. 16 der Frauen haben sich Anfang des Jahres, also fünf Jahre nach dem ersten Projekt, zu einem gemeinsamen Brunch wieder getroffen und in einer sehr entspannten Atmosphäre besprochen, was sich für sie geändert hat und wie sie sich entwickelt haben. Aber auch was sie sich für die Zukunft und für den 200. Internationalen Frauentag in 99 Jahren wünschen, war dabei Thema. Dabei ging es mal sehr turbulent zu, es gab aber auch ruhige Phasen, wie Sara von Jan berichtet. Anita Schneider, die auch anwesend war, erzählt: „Wir hatten gute Unterhaltungen und viel Spaß. Episoden wurden erzählt, Einladungen ausgesprochen. Bei diesen Gesprächen wurde mir sehr deutlich, wie vielschichtig und vielseitig das „Frauenleben“ ist und welche Potentiale in der weiblichen Sicht der Dinge stecken.“
Über die Interviews hinaus konnten auch weitere Frauen an diesem Buch mitwirken. So bestand die Möglichkeit für alle anderen Frauen einen persönlichen Wunsch zum Tag des 200. Frauentags zu formulieren und in einem Wort zu fassen und aufzuschreiben. Mit diesem Zettel konnte man sich fotografieren lassen. Ebenso findet man in dem Buch zwei Rezepte. Diese Leckereien wurden zum Frühstückstreffen mitgebracht.
Kreisfrauenbeauftragte Angelika Kämmler freut sich auf eine rege Teilname an der Lesung. Sie sagt dazu: „Es wird am Montag ein sehr entspannter Abend werden. Die Veranstaltung wird mit Musik untermalt. Im Anschluss erhoffen wir uns interessante Gespräche.“ In den nächsten Monaten wird das Buch zudem bei weiteren Lesungen vorgestellt, die Termine stehen allerdings noch nicht fest.









