Appell gegen Raubrittertum in Natur
Dr. Becker und UNB informieren über Vorfälle
Raubritter in der Feldflur unterwegs … So muss es viele aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter anmuten, wenn sie beim Spazierengehen oder einer Wanderung oft in ihrer Gemarkung unterwegs sind und feststellen, dass die Natur durch rabiate Zeitgenossen in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Immer wieder erhält die Untere Naturschutzbehörde (UNB) Hinweise darauf, dass Acker-Randstreifen, Wege-Seitenränder, oder oft sogar auch der gesamte Feldweg, umgepflügt worden sind. Dort, wo diese an befestigte Wege heranreichen, ist oft auch noch der Schotter des Wegekörpers herausgebrochen worden – für die betroffenen Kommune ist damit meist ein nicht unerheblicher Vermögensschaden verbunden.
Für die UNB weist deshalb der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Dr. Klaus Becker in einer aktuellen Pressemitteilung darauf hin, dass das Umbrechen von Graswegen und Feldrainen einen erheblichen Eingriff in die Natur darstellt.
Diese Grünstreifen seien oft noch die einzigen Strukturen in der sonst ausgeräumten Agrarlandschaft, die den Arten der offenen Feldflur, beispielsweise Feldlerche oder Kiebitz, noch ein wenig Deckung böten.
Die UNB ruft deshalb dazu auf, Acker-Begleitstrukturen – Seitenränder der Wege und Feldraine – aus Artenschutzgründen unbedingt zu erhalten und möglichst weitere anzulegen, anstatt sie zu zerstören. Seitenränder und Feldraine seien für viele Tierarten, Spinnen, Käfer oder Schmetterlinge, Nahrungshabitat, so zum Beispiel für Blütenbesucher. So nutzen Insekten das Blütenangebot, das oft höher ist als das der angrenzenden intensiv bewirtschafteten Äcker, auf denen die Acker-Wildkrautflora fehlt.
Auch werden die Acker-Begleitstrukturen als Ersatz- und Fortpflanzungsraum von beispielsweise am Boden brütenden Vogelarten, etwa der Bekassine, gerne angenommen. Für Kleinsäuger, Amphibien, Spinnen und Insekten seien Feldraine als Fortpflanzungshabitat wichtig. „Der Wegfall der Acker-Begleitstrukturen ist ein Hauptgrund für die Artenverarmung der Agrarlandschaft“, umschreibt Dr. Becker die momentane Situation aus naturschutzrelevanter Sicht.
Die UNB appelliert an alle Landwirte, den Rückgang der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt in der offenen Feldflur zu stoppen und keine Feldraine beziehungsweise Feldwege unter den Pflug zu nehmen, sondern Acker-Begleitstrukturen zu fördern.








