Fachtagung zum Thema Kinder- und Familienzentren
Ein zukunftorientiertes Konzept in der Familienpolitik? – Beratung der pädagogischen Fachkräfte in Buseck
Der Weg von der klassischen Kindertagesbetreuung hin zum Kinder- und Familienzentrum war kürzlich das Thema einer Fachtagung im Kulturzentrum in Buseck. Eingeladen waren Träger von Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagesbetreuer aus dem Landkreis Gießen. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich die pädagogischen Fachkräfte mit Alternativen in der Kindertagesbetreuung, wie beispielsweise dem Kinder – und Familienzentrum, auseinandersetzten“, so formulierte der Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent des Landkreises, Dirk Oßwald, das Ziel der Veranstaltung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten während des eintägigen Treffens nicht nur fachliche Impulse erhalten, sie sollen auch den Mut finden, sich mit anderen Konzepten der Kindertagsbetreuung auseinanderzusetzen.
Im Namen des Landkreises Gießen hatte der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Dirk Haas (SPD) in Oßwalds Vertretung die 93 Teilnehmer in Buseck begrüßt.
Grundlage für die Beschäftigung mit dem Thema sei nach den Worten des Jugenddezernenten eine Initiative des Hessischen Landtages, der bereits 2008 eine Beschlussempfehlung an die Hessische Landesregierung gegeben hatte, Konzepte für Modellprojekte von Kinder- und Familienzentren auf der Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes zu erarbeiten.
Die weiterentwickelte Form der Kindertagesbetreuung soll Kindern und Familien eine ganzheitliche, familienbezogene Infrastruktur bieten. Sie haben nach den Worten des zuständigen Fachdienstleiters beim Landkreis Gießen, Matthias Spangenberg, das Ziel, Familien als Soziale Einheit anzusprechen, um dabei die Chancen von Vernetzungs- und Kooperationsprozessen zu initiieren.
„Familienzentren sollen zu einer Qualitätsseigerung in der frühkindlichen Bildung und Förderung beitragen. Sie sollen Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgaben stärken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sichern“, so Matthias Spangenberg wörtlich.
Zum Auftakt des Fachtages in Buseck hörten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Vortrag von Daniela Kobelt-Neuhaus (Karl-Kübel-Stifung, Darmstadt) zum Thema „Kommunen aktiv für Kinder und Familien“. Anschließend wurde die Aufbau- und Entwicklungsarbeit von drei Familienzentren in Frankfurt-Ginnheim, Gründau und Laubach vorgestellt. Im weiteren Verlauf des Seminars ist die Thematik in unterschiedlichen Workshops vertieft und es sind praktische Ansätze für individuelle Veränderungen erarbeitet worden.
Als Fazit nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf den Weg, dass es sinnvoll sei, bei der Etablierung von Kinder- und Familienzentren die vorhandenen, bereits bewährten und gewachsenen Strukturen mit einzubeziehen und zu berücksichtigen.
„Wir verfolgen in den pädagogischen Konzepten der Kindertagseinrichtungen das Ziel, den ausschließlichen Blick auf die Kindern zu einer vollständigen Betrachtung des gesamten Familiensystems zu erweitert“, so der Jungenddezernent Oßwald abschließend.








