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Landkreis Gießen zur ´KlimaRegio´ ernannt

Dr. Becker - KlimaRegio

Bildunterschrift:

vl. Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Dr. Klaus Becker, ehrenamtlicher Umweltdezernent des Landkreises Gießen, anlässlich der Überreichung der `KlimaRegio Urkunde´ am 25.01.2011 in Wiesbaden.

Der Landkreis Gießen ist gemeinsam mit dem Zusammenschluss der Kreise Odenwald und Darmstadt-Dieburg zu einer „KlimaRegio“ ernannt wurden. Umweltministerin Lucia Puttrich überreichte Herrn Dr. Klaus Becker in seiner Funktion als ehrenamtlicher Umweltdezernent des Landkreises Gießen die Ernennungsurkunde am 25.01.2011 im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

 

Die Hessische Landesregierung unterstützt hessische Landkreise beim Klimaschutz. Hierfür wurde mit Veröffentlichung im Staatsanzeiger vom 21. Juni 2010 das Modellvorhaben „KlimaRegio – Leuchttürme für den Klimaschutz“ ausgeschrieben. Der Landkreis Gießen wurde hierbei insbesondere für sein aktives Energiemanagement und seinen nachhaltigen Klimaaktionsplan ausgezeichnet. Das Modellprojekt „KlimaRegio“ versteht sich ausdrücklich nicht als reine Förderung von baulichen Maßnahmen – vielmehr geht es um die Förderung von Projekten mit innovativem Charakter, Ausstrahlungswirkung und Vernetzung mit anderen regionalen Interessierten, den Kommunen, der Universitätsstadt Gießen, den Hochschulen, den Wirtschaftsunternehmen und den regionalen Fachorganisationen.

 

Für bauliche Maßnahmen stellt das  Hessische Umweltministerium jeder „KlimaRegio“ einen maximalen Förderbetrag von 400.000 € Euro für investive Maßnahmen zur Verfügung. Die maximale Förderung für Einzelprojekte beträgt hierbei 75.000 Euro, wobei wiederum max. 80 % der nachgewiesenen Investitionskosten gefördert werden. Die Planung und Begleitung der Projekte wird zudem mit bis zu 10.000 Euro unterstützt. Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen können ebenfalls bis maximal 10.000 Euro gefördert werden.

 

Die Förderung der KlimaRegios folgt dabei einem innovativem Ansatz: Gefördert wird nicht ein bestimmter Anteil der Investitionskosten, sondern die Klimaeffizienz der Vorhaben. Für die Förderung der einzelnen Projekte wird die nachgewiesene CO2-Minderung über fünf Jahre errechnet. Für die ersten 100 Tonnen CO2-Vermeidung pro Jahr erhält der Landkreis dann jeweils 100 pro Tonne. Für jede weitere Tonne bis zu 500 Tonnen vermiedenes CO2 gibt es 50 Euro. Für jede CO2-Vermeidung über 500 Tonnen pro Jahr werden 25 Euro gezahlt.

 

Mit der Errechnung der spezifischen CO2-Einsparungen ist das Unternehmens- und Technologienetzwerk der dezentralen Energie- und Effizienztechnologien (deENet) beauftragt. DeENet wird dem Landkreis Gießen zudem im Rahmen umfassender Beratungsleistungen zur Verfügung stehen.

 

Die dargestellte Fördersystematik strebt die Planung und Umsetzung von investiven Maßnahmen mit optimierter Technik bei höchst möglichen CO2-Einsparungen an. Zielsetzung ist daher die Entwicklung kosteneffizienter und dauerhaft wirksamer Klimaschutzmaßnahmen.

 

Die Kreisverwaltung prüft derzeit eine Vielzahl von Maßnahmen auf ihre Umsetzbarkeit im Rahmen des Modellvorhabens „KlimaRegio“. Hauptaugenmerk der Prüfung wird zum aktuellen Zeitpunkt auf den Austausch von Heizungs- und Beleuchtungsanlagen, den Bau von Blockheizkraftwerken sowie wärmeeffiziente Sanierungsmaßnahmen gelegt. Zugleich befindet sich ein anreizbezogenes Projekt zur Thematik „Änderung des Nutzerverhaltens an Schulen“ in Vorbereitung.