Landrätin gratuliert zu 25-jährigem Bestehen des VHS-Hauses in Lich
Bildunterschrift:
Feierten das 25-jährige Bestehen des VHS-Hauses in Lich (v.l.): Willi Marx, Ernst Klingelhöfer, Karl Starzacher, Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, der Hausgeist, Anita Schneider und Günter Feußner. Bild: Landkreis Gießen
Landkreis Gießen/Lich. „Ich bin sehr stolz auf dieses Haus und darauf, wofür es steht“, sagte Landrätin Anita Schneider während einer Feierstunde zu einem besonderen Jubiläum. 25 Jahre liegt es zurück, dass die Volkshochschule des Landkreises Gießen (VHS) als eine der ersten im Land ein eigenes Gebäude bezog. Es gibt zahlreiche Außenstellen in den Städten und Gemeinden, wo die Kurse in den Schulen und Dorfgemeinschaftshäusern abgehalten werden. Durch das VHS-Haus wurde die Volkshochschule des Landkreises jedoch sichtbar. Das Jubiläum feierten die VHS-Verantwortlichen zusammen mit Wegbegleitern, darunter die früheren Landräte Ernst Klingelhöfer und Willi Marx, Günter Feußner als Erster Kreisbeigeordnete a.D. und der einstige Hessische Finanzminister Karl Starzacher.
„Rund um die Uhr können seitdem sieben Tage in der Woche Kurse angeboten werden. „Ich darf es anerkennend sagen: Sie machen von diesen Möglichkeiten ausgiebig Gebrauch“, sagte Landrätin Anita Schneider in ihrem Grußwort. Sie erinnerte nicht nur an das VHS-Haus als einen Ort des Lernens, sondern auch der Begegnung und der Kultur. Dabei verwies sie auf die vielen Ausstellungen mit ihren Exponaten, die in dem vergangenen Vierteljahrhundert an den langen Flurwänden hingen.
In ihrer Programmgestaltung sehe sich die Volkshochschule durch den Bildungsauftrag eines lebendigen Lernens aktuell besonderen Herausforderungen ausgesetzt. „Bildung ist schnelllebiger geworden“, sagte sie, „was man früher mit 15 Jahren lernte, das konnte man noch mit 70 Jahren anwenden.“ Die Haltbarkeit von Bildung habe abgenommen. Ein Blick in das vielfältige Programm zeige ihr jedoch, dass für jedermann etwas angeboten werde. „Hier lernen alle, vom Abiturienten bis ehrenamtlichen Pensionär.“ Die zahlen sprächen für sich: Waren es in der Startphase im Herbst des Jahres 1986 noch 57 Kurse, gab es im vergangenen Jahr über 600 Kurse, Einzelveranstaltungen und Ausstellungen in dem VHS-Haus mit über 8000 Belegungen, Bildungsakteuren und Besuchern. „Ohne ein eigenes Haus wäre das nicht denkbar“, sagte die Landrätin und ergänzte: „Das hat aber auch viel mit den Mitarbeitern zu tun.“
Als Jurist fragte sich Karl Starzacher, Träger der Wilhelm-Leuschner-Medaille und des Bundesverdienstkreuzes am Bande, warum gerade er als Redner eingeladen worden sei. Seine in der Region verwurzelte Kompetenz als Vorsitzender des Licher Bildungsrates war gefragt, mit der er über Bildung in öffentlicher Verantwortung sprach. „Ein Glücksfall für alle Beteiligten“ sei die Eröffnung des VHS-Hauses gewesen. Diejenigen verdienten Respekt, Anerkennung und Dank, denen diese Entscheidung zu verdanken sei. Als Zugang zu seinem Thema wählte er den rechtlichen Ansatz und berichtete von der Verankerung des Bildungsanspruchs in der Verfassung bis zu dem „Recht auf Bildung als Menschenrecht“. Er lobte mit den Worten Dr. Rita Süssmuths, Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes, die Volkshochschulen als „Orte gesellschaftlicher Integration“. Bildung sei ein öffentliches Gut. Dieses gelte es zu schützen. „Ich wünsche mir“, sagte Karl Starzacher abschließend, „dass die bildungspolitische Diskussion in Deutschland weniger polemisch und polarisierend stattfindet.“ Der Sozialdemokrat forderte deshalb zu mehr Sachlichkeit und Kompromissbereitschaft über Parteigrenzen hinweg auf.
„Wir brauchen ein VHS-Haus“, sagte Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, Leiterin der Volkshochschule des Landkreises Gießen als dritte Rednerin. Es brauche auf der einen Seite die Präsenz in der Fläche mit den ehrenamtlich geführten Außenstellen und auf der anderen Seite ein Haus, in dem andere Bildungsformate probiert werden könne. „Es ist eine Besonderheit gewesen, dass ein Jahr nach Gründung der Volkshochschule des Landkreises im Jahre 1967 der Wunsch geäußert wurde, man möge eine Stelle finden, an der die Volkshochschule angesiedelt ist.“ Sie bedankte sich zugleich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zu dieser 25-jährigen Erfolgsgeschichte beigetragen haben und dies noch täglich tun. Schließlich stellte die VHS-Leiterin den hauseigenen Geist vor, den der anwesende Künstler und Pädagoge Harry Häuser zur ersten Ausstellung geschaffen hatte. Die schlanke Metallskulptur hat sich vom Exponat zum Maskottchen gemausert und ist heute bei allen Ausstellungen dabei.








