„Kommunale Versorger brauchen Wettbewerb nicht scheuen“
Foto: Kreisverwaltung
Europaweite Ausschreibung vorausgegangen – Wirtschaftlichkeit wichtiger Aspekt – Fricke und Oßwald: „Kommunale Versorger brauchen Wettbewerb nicht scheuen“
Der Kreisausschuss beim Landkreis Gießen hat nach einer europaweiten Ausschreibung die Stromlieferung für alle kreiseigenen Gebäude sowie für die angemietete Liegenschaft am Riversplatz 1-9 an die Gießener Stadtwerke AG (SWG) vergeben. Wie der Erste Kreisbeigeordnete (EKB) und Kämmerer Dirk Oßwald zusammen mit dem Bau- und Liegenschaftsdezernenten Siegfried Fricke gegenüber der Presse mitteilte, werde die Kreisverwaltung dadurch im Jahr 2010 nochmals rund 45.000.- Euro mehr an Energiekosten einsparen als in der Kalkulation der Ausschreibung ohnehin schon vorgesehen war. „Auf Grund der fatalen Hauhaltssituation in den hessischen Kommunen sind wir verpflichtet, jedes mögliche Einsparpotential zu nutzen“, so Dirk Oßwald.
Das wirtschaftliche Ergebnis bestätigte den Landkreis Gießen dabei in der Richtigkeit seiner Entscheidung, auch hier Vergaberecht konsequent anzuwenden. Das Ausschreibungsverfahren hat gezeigt, dass ein Unterlaufen des Vergaberechts und eine Direktvergabe ohne wirtschaftliche Prüfung, wie im Kreistag von Einzelnen bei diesem Thema gefordert, weder notwendig noch sinnvoll sei, stellte der EKB ergänzend dar.
Im Bieterverfahren hätten sich fünf Energieversorger die Ausschreibungsunterlagen zuschicken lassen. Von vier Unternehmen habe der Landkreis Gießen dann ein Angebot erhalten. „Diese Angebote sind unter fachlicher Beratung durch das Büro E/M/S Energieconsulting GmbH ausgewertet worden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Stadtwerke Gießen das günstigste Angebot abgegeben haben“, berichtete Eva Eckhardt (Leiterin des Zentralen Vergabemanagements).
„Ich freue mich, dass wir den Gesamtauftrag zur Stromlieferung nach einer europaweiten Ausschreibung an ein kommunales Versorgungsunternehmen in der heimischen Region vergeben können. Dies beweist, dass auch örtliche, kommunale Versorger wirtschaftliche Konditionen abgeben“, betonte Siegfried Fricke. Er ergänzte, dass ein Gesamtauftrag ein wesentlich einfacheres Vergabemanagement im Gegensatz zu vielen Einzelstromaufträgen bedeuten würde. Er unterschreibe heute (01.12.2009) sehr gerne die Stromlieferverträge mit der SWG, um somit eine Versorgung der Liegenschaften des Landkreises und der angemieteten Gebäude am Riversplatz bei günstigem Strompreisniveau bis 2011 sicherzustellen.
„Insbesondere bei Europa weiten Ausschreibungen ist die Anspannung groß, wie das Ganze denn nun ausgeht“, erläutert Ina Weller (Leiterin Marketing und Vertrieb SWG), “deshalb war und ist die Freude in unserem Haus über diesen Zuschlag enorm groß. Wir sind sehr froh, dass wir einmal mehr unter Beweis stellen konnten, auch einen solchen Wettbewerb nicht scheuen zu müssen.“
Thomas Wagner, Leiter Geschäftskundenvertrieb der SWG, ergänzte, dass die Zusammenarbeit mit dem Landkreis immer eine äußerst angenehme war, und man nicht nur auf dem Gebiet der Energielieferung, sondern auch im Hinblick auf Energiedienstleistungen mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz in Gesprächen steht. Hier hoffen die SWG darauf, ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung bei Energiesparkonzepten für die Landkreis eigenen Institutionen einbringen zu können.









