Kommunale Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer tagten in der Kreisverwaltung
Landrätin Schneider: Unterstützung bei Sicherung des historischen Materials wichtig – interkommunale Zusammenarbeit vertieft – nächste Gespräche im September vorgesehen
Die Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer des Landkreises trafen sich kürzlich auf Einladung der Kreisarchivarin Sabine Raßner in den Räumen des Kreisarchivs Gießen zu einer Arbeitstagung. Anwesend waren 14 Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen Staufenberg, Hungen, Langgöns, Grünberg, Hüttenberg, Allendorf/Lumda, Freienseen, Laubach, Lich, Gießen, Buseck und Lollar. Auf der Tagesordnung standen die Themen Informationsbroschüre der Kommunalarchive im Landkreis Gießen, Bereitstellung von archivischen Findmitteln im Internet und die Versorgung des Archivmaterials in Notfällen.
Landrätin Anita Schneider sprach sich für eine Unterstützung der meistens ehrenamtlich tätigen Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer aus. „Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt von historischem Material findet meine Bewunderung und meine Unterstützung. Dabei würdige ich besonders das ehrenamtliche Engagement der Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer in den Kommunalarchiven des Landkreises“, so Anita Schneider wörtlich.
Anlässlich der Arbeitstagung ist ein Fragebogen zur Ermittlung der notwendigen Informationen für eine neue Informationsbroschüre bei den Städten und Gemeinden entwickelt worden. Nach den Worten der Kreisarchivarin Sabine Raßner wird die vergriffene Informationsbroschüre der Kommunalarchive im Landkreis neu aufgelegt. Ein allgemeiner, einleitender Teil vermittelt einen Einblick in die Arbeitsweise der Kommunalarchive. Kurzportraits der Archive in den Städten und Gemeinden des Landkreises sollen einen ersten Überblick über die in den einzelnen Häusern verwahrten Archivbestände aufzeigen. Dazu gehören auch Informationen wie Öffnungszeiten und Ansprechpersonen. Das Erscheinen der Broschüre ist für den Herbst 2010 geplant.
„In Zusammenhang mit der Bereitstellung von archivischen Informationen im Internet ist während der Arbeitstagung sehr konstruktiv über die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Archivportale diskutiert worden“, betonte Sabine Raßner. Die Suche im Internet nach Informationen ist für viele Menschen selbstverständlich geworden. Während Bibliotheken Übersichten ihrer Bestände bereits seit Jahren online bereitstellen, gilt dieses noch nicht in gleichem Maße für die Archive. Dies soll sich aber nun für die Kommunalarchive im Landkreis Gießen ändern. So wurde ein gemeinsamer Antrag der Städte und Gemeinden Fernwald, Grünberg, Hungen, Lich, Lollar, Pohlheim und Reiskirchen unter Federführung des Kreisarchivs zur Förderung der Digitalisierung archivischer Findmittel kürzlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. Die DFG wird das gemeinsame Digitalisierungsprojekt mit rund 121 000 € fördern. Damit einher geht die Verpflichtung der Archive, die digitalisierten Findbücher in einem überregionalen Archivportal der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Während das Kreisarchiv Gießen und das Gemeindearchiv Langgöns die Möglichkeit der Online-Recherche in einigen ihrer Bestände bereits anbieten, werden durch die DFG Förderung nun also weitere Kommunalarchive folgen.
Während der Arbeitstagung stellte die Kreisarchivarin das Notfallboxenset vor. Dieses Set ist dem Landkreis von der Archivberatungsstelle Hessen zur Verfügung gestellt worden. Die Nofallboxen lagern beim Landkreis und stehen den Kommunalarchiven bei Bedarf zur Verfügung. Bei Notfällen wie beispielsweise Hochwasser oder Brände soll eine erste Notversorgung größere Schäden am Archivgut verhindern. Raßner plädierte dafür, in den einzelnen Städten und Gemeinden einen Notfallplan auszuarbeiten, um größeren Schaden an dem historischen Material zu verhindern. Die Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer wollen sich in einem ersten Schritt über die bestehenden Notfallpläne in den jeweiligen Kommunen informieren. Das Thema Notfallversorgung soll dann bei der nächsten Tagung im September 2010 erneut aufgegriffen werden.








