Berlin – auf den Spuren einer geteilten Stadt
Foto: Kreisverwaltung
Jugendförderung organisiert Bildungsurlaub in die Hauptstadt – Schwerpunkt: deutsch-deutsche-Geschichte – Erfahrungen werden in Fotoausstellung dokumentiert
Unter dem Motto „Berlin – auf den Spuren einer geteilten Stadt“ steht der von der Jugendförderung des Landkreises Gießen organisierte Bildungsurlaub in die Hauptstadt. Die fünftägige Exkursion vom 20. bis 24. Oktober 2009 soll vor allem Schülerinnen und Schüler, sowie junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter von 16 bis 25 Jahren ansprechen. Im Kreistag war man sich schon vor langem darüber einig gewesen, jungen Menschen einen Einblick in das Berlin vor der deutschen Wiedervereinigung zu geben und auch der Erste Kreisbeigeordnete und Dezernent für Jugend und Soziales, Dirk Oßwald, begrüßte die Organisation einer politisch kontroversen und spannenden Bildungsreise im zweiten Jahrzehnt nach dem Mauerfall.
Die Jugendbildungsreferentin Wiebke Dierkes, die das Projekt der Spurensuche in Berlin hauptverantwortlich leitet, stellte im Rahmen des Pressegesprächs das Programm für die fünf Tage vor.
Dierkes betonte, dass es ihr Anliegen sei, die deutsch-deutsche Teilung, die Stasi- und SED-Vergangenheit, sowie die Geschichte der Mauer greifbar und sichtbar zu machen. Aus diesem Grund habe das Programm zwei Schwerpunkte: Der erste Schwerpunkt soll die deutsch-deutsche Teilung durch den Bau der Mauer, als auch die Konsequenzen für die Menschen vor Ort behandeln. Dazu sollen die Teilnehmer selbstständig die Stadt erkunden um auf Entdeckungstour zu gehen und verschüttete Orte dieser Zeit zu besuchen.
Der zweite Schwerpunkt des Ausflugs ist die Macht und Herrschaft der politischen DDR. Unter diesen Schwerpunkt fällt beispielsweise der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Stasigefängnisses Hohenschönhausen.
Die gesammelten Impressionen der deutsch-deutschen Teilung, die Herrschaft der DDR sowie die in diesem Zusammenhang stehende Bedeutung der Stadt Berlin werden von den Teilnehmer auf Fotos dokumentiert, die später in einer Ausstellung präsentiert werden. „Mit dieser Wanderausstellung zur bedeutenden Epoche der deutschen Geschichte solle erreicht werden, dass sich gerade Jungendliche hier im Landkreis Gießen mit dem Thema beschäftigen, die in einem vereinigten Deutschland aufgewachsen sind. Bei den meisten Jugendlichen ist hier nur rudimentäres Wissen über diesen gewaltigen Themenkomplex vorhanden“, so der Jugenddezernent Dirk Oßwald ergänzend.
Besonders wichtig erscheint es Geschichtswissen zu vermitteln, das in den meisten Schulen so gut wie nicht auf dem Lehrplan auftaucht. Das verkitschte und romantisierte Bild der DDR, das nicht selten mediale Glorifizierung erfährt, solle durch einen kritischeren und differenzierteren Blick auf die Geschichte die damalige Realität für die Menschen besser verstehen lassen, betonte Dierkes ergänzend.
Durch eine Kooperation mit den Jugendpflegen in Grünberg, Biebertal und Pohlheim erhofft man sich bei der Jugendförderung eine größere Aufmerksamkeit für das Projekt.
Jennifer Staffa, Jugendpflegerin in Grünberg trägt die Bildungs- und Begegnungsfahrt beispielsweise durch einen Kinder- und Jugendbeirat an die Öffentlichkeit. Die Jugendpflegerin von Biebertal, Natalie Liebing, bemerkte, dass es für Jugendliche von heute sicher interessant sei, Berlin auch mal als Stadt mit einer düsteren und für sie unbekannten Geschichte kennen zu lernen.
Bis zum 25. September kann man sich noch für den Bildungsurlaub nach Berlin über wiebke.dierkes@lkgi.de anmelden.









