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Heizung an GS Hungen spart Energie

GS Hungen Heizung

Bildunterschrift:
(v. l. n. r.) Burkhard Weid (Geschäftsführer „Sanitherm“), Wolfgang Kroll, EKB Dirk Oßwald, Rainer Irmscher (GS-Hausmeister Hungen), Jörn Koppmann (Schulleiter der GS Hungen), Haimo Brackemann („Ingenieurbüro IRE Gießen“ (Foto: Kreisverwaltung Gießen: Dietmar Vick)

Nach 36 Monaten Start neuer Anlage – Energiesparen – Zuschuss – Fachfirmen aus Region

 

Die Heizungsanlage der Gesamtschule (GS) in Hungen wurde in zwei Abschnitten seit 2008 bis Mitte Juni 2011 modernisiert. Der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald, lobte bei der Einweihung der Anlage am Donnerstag das Engagement der beteiligten Fachfirmen und der Fachleute der Abteilung „Bauen“ der Kreisverwaltung. Mit der sprichwörtlichen Redensart „Was lange währt, wird endlich gut“, umschrieb Oßwald das ökologisch wichtige Engagement der Beteiligten und hob insbesondere den Einsatz des technischen Angestellten Wolfgang Kroll, seines Zeichens Diplomingenieur für Energie und Wärmetechnik (FH), hervor. Ein grosser Teil der finanziellen Einsparungen während der Umbauphase aufgrund der Neuausrichtung der energetischen Massnahmen wurden auch durch das Engagement der Hausmeister Rainer Irmscher und Anton Tuschter erzielt.

 

Im ersten Schritt wurden die Altanlage demontiert und ein Brennwert-Kessel sowie ein Niedertemperatur-Kessel zur Gasverfeuerung installiert. Ferner hat man die Regelung für die Heizzentrale und alle Unterstationen in den einzelnen Gebäuden ausgetauscht, die Thermostatventile erneuert sowie die Warmwasserbereitung in der Sporthalle und die Beheizung der Hausmeisterwohnung von der Großanlage abgekoppelt. Zeitgleich wurden zwei Gebäude mit einer Wärmedämmung versehen.

 

Diese Massnahmen führten zu einer Einsparung des Gasverbrauchs gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2007 um cirka 43 Prozent, erfuhr Oßwald beim Gespräch mit Kroll. Auch der Stromverbrauch konnte durch Optimierung der Regelung und Einsatz modernster Pumpentechnologie im Vergleichszeitraum um rund 23 Prozent gesenkt werden. Im ersten Betriebsjahr konnten deshalb somit bereits etwa 46.000 EUR eingespart werden.

 

Im zweiten Schritt wurde ein Holzpellet-Kessel mit einer Leistung von 300 Kilowatt (kW) installiert, der 70 bis 80 Prozent des Wärmebedarfs der Liegenschaft decken soll und somit zu weiteren Kosteneinsparungen führt, da die Pellets wesentlich günstiger sind als Erdgas.

 

Diese Massnahme der Kreisverwaltung wurde im Rahmen des Projektes „BioRegio Holz Lahn“ ausgeführt. Die Gesamtkosten für die technischen Gewerke zur Modernisierung der Heizungsanlage, die Schaffung des Lagerraums für die Holzpellets, die Errichtung einer Haltebucht zur Anlieferung der Pellets sowie für die Planungskosten nebst aller weiteren Kosten belaufen sich auf 650.000 EUR.

 

„Die Erneuerung dieser Heizzentrale trägt erheblich zur Absenkung des CO2-Ausstoßes an kreiseigenen Gesamtschulen bei“, unterstrich Mario Rohrmus, der Fachbereichsleiter „Schulen, Bauen, Sport“. Der neueste Energiebericht lasse erkennen, dass der Kennwert „Kilowattstunde Verbrauch pro Quadratmeter“ von 109 auf 70 gesunken sei. Damit liege die für die GS Hungen zu erbringende Heizleistung deutlich unterhalb des Vergleichswertes der Energieeinsparverordnung 2009.

 

Gefördert wird die Errichtung der Biomasse-Feuerungsanlage aus Mitteln der Europäischen Union zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums und aus Landesmitteln mit jeweils 25.150 EUR. Darüber hinaus unterstützt die Frankfurter Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bankengruppe) dieses Projekt durch ein zinsgünstiges Darlehen sowie ein Tilgungszuschuss in Höhe von 9.000 EUR.

 

Ergänzend teilte Kroll mit, dass gegenüber den Jahren 1996 und 1997, trotz leichtem Flächenzuwachs an der GS Hungen, sogar eine Energieeinsparung von 60 Prozent zu verzeichnen ist, die auf diverse bauliche und technische Maßnahmen zurückzuführen seien. Weitere Einsparpotenziale zur Reduzierung des Wärme- und Strombedarfs sind durchaus noch vorhanden. Dies zeige deutlich, so Kroll, dass die Energieeinsparung allgemein in Deutschland die größte Energiequelle ist. Besonderer Dank galt Haimo Brackemann vom Ingenieurbüro „IRE Gießen“ aus Pohlheim, der wieder durch eine ausgezeichnete Planung und überdurchschnittliche Objektbetreuung die Realisierung der hohen Einsparquote ermöglichte.

 

Die Hauptplanung erfolgte durch das Ingenieurbüro „IRE Gießen“ (Pohlheim) sowie für die Haltebucht durch die Planungsgruppe „Kolmer & Fischer“ (Linden). Mit der technischen Ausführung des ersten Schrittes wurde die Firma „Sanitherm“ (Rehe im Westerwald) und mit dem Einbau des Biomasse-Kessels die Firma „Strohal“ (Staufenberg) beauftragt. Die Errichtung des Pelletlagers wurde durch die Firma „Rau“ (Schotten) und die Haltebucht an der Landesstrasse durch die Firma „ Jost“ (Weilmünster) ausgeführt.