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Kreisverwaltung schult eigene Mitarbeiter, um Führungskräftemangel entgegenzuwirken

Führungskräfte Vortrag 02.2012
Führungskräfte Gruppenbild 02.2012
Die aufstrebenden Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die an der Fortbildung teilgenommen haben

Chefs der nächsten Generation bereiten sich auf zukünftige Aufgaben vor

 

Kreisverwaltung schult eigene Mitarbeiter, um Führungskräftemangel entgegenzuwirken

 

Gießen. Wer in Betrieb oder Verwaltung Verantwortung übernimmt, muss auf diese Aufgabe vorbereitet sein. Denn nur, wer gewappnet ist, kann seine ungewohnten Aufgaben an der Spitze eines Fachbereichs oder einer Abteilung gute und innovative Arbeit leisten. Deswegen bemüht sich die Gießener Kreisverwaltung um rechtzeitige Ausbildung potenzieller Führungskräfte. „Bei Neubesetzungen von Führungspositionen sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem eigenen Reihen gut vorbereitet sein, um in einem offenen Bewerbungsverfahren gute Chancen zu haben“, erklärt Landrätin Anita Schneider die Personalpolitik der Kreisverwaltung. „Aus diesem Grund schulen wir leistungsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rechtzeitig und unterbreiten ihnen gezielt spezielle Fortbildungsangebote zur Stärkung methodischer, sozialer und persönlicher Führungskompetenzen. So reagieren wir auch proaktiv auf den in der Zukunft stärker werdenden Fachkräftemangel, der auch öffentliche Verwaltungen erreichen wird.“

 

In den vergangenen Monaten haben sich deswegen 15 aufstrebende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Projektgruppen mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt und Konzepte zur Verbesserung der Arbeitsabläufe innerhalb der Verwaltung erarbeitet. Alle drei Jahre finden diese verwaltungsinternen Fortbildungen beim Landkreis statt. Die Ergebnisse der Projektgruppen haben die Absolventen jüngst vorgetragen und mit der Verwaltungsleitung und weiteren Führungskräften diskutiert. Bei der Durchführung ihrer Projekte hatten die Führungsnachwuchskräfte Gelegenheit, zu beweisen, dass sie über die notwendigen Fähigkeiten und Qualifikationen verfügen. Dabei mussten sie Personalmanagement-Instrumente anwenden sowie soziale Kompetenzen wie Vorbildfunktion, Durchsetzungsvermögen, Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, Kommunikations- und Koordinationsfähigkeit nutzen, um gute Resultate zu erzielen.

 

Die Ergebnisse können sich sehen lassen, wie Kollegen aus den Fachdiensten und die Dezernenten bestätigten. Dabei wurde von den Nachwuchsführungskräften zum Beispiel erörtert, welchen Anforderungen ein verbindliches Kommunikationssystem innerhalb der Kreisverwaltung gerecht werden muss. Für eine stimmige Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften, die Information vermittelt und zugleich Arbeitsabläufe optimiert, müssen nämlich vielerlei Faktoren berücksichtigt werden, wie gezeigt wurde. Auch die Einrichtung eines verbesserten Serviceangebots auf dem Weg zu einer bürgerfreundlichen Verwaltung will gut durchdacht sein. „Kompetenz auf schnellstem Weg" als Motto umzusetzen, war die Aufgabe eines der Teams. Die dritte Gruppe hatte überlegt, wie man das meist schlecht dokumentierte Wissen langjähriger Mitarbeiter für die nachrückenden Kollegen nutzbar machen kann. Die Projektteilnehmer haben verschiedene Wege aufgezeigt, die es neuen Mitarbeitern auch nach einer kurzen Einarbeitungszeit ermöglichen, ihre Aufgaben selbstständig zu lösen und sich im Kreis der Verwaltungsmitarbeiter gut aufgehoben zu fühlen.

 

Inwieweit die vorgestellten Projekte demnächst in die Tat umgesetzt werden, ist noch unklar. „Da wir uns stets bemühen, die Verwaltungsabläufe zu optimieren, sind Ihre Überlegungen viel wert“, lobte Landrätin Anita Schneider und erntete Zustimmung der Dezernenten Dirk Oßwald und Dr. Christiane Schmahl. Die ermittelten Zahlen und die Vorschläge würden auf jeden Fall in nächster Zeit in den Entscheidungsgremien diskutiert und weiterentwickelt, versprach sie.

 

Die Kolleginnen und Kollegen, die an der Nachwuchsführungskräfte-Fortbildung teilgenommen haben, sind Kristina Weber, Rainer Knapp, Heike Wortmann, Simone Brück, Anke Bremer, Susanne Rosemann, Jens Olaf Kersten, Yvonne Feistauer, Erik Erb, Keteyon Deniz, Sandra Müller, Anja Henrich, Birgit Schwarze. Da die Kreisverwaltung einen ausgewogenen Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen erzielen will, passt es gut, dass in der aktuellen Runde mehr Frauen als Männer die Fortbildung absolviert haben. Und dass auch Familie und Karriere zu vereinbaren sind, zeigt das Beispiel von Birgit Schwarze, die trotz Elternzeit an dem Projekt teilgenommen hat, weil sie nach der Familienpause in ihrem Beruf in der zertifizierten, familienfreundlichen Verwaltung des Landkreises Gießen wieder durchstarten will.