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Landkreis möchte ehrenamtliche Betreuung Demenzkranker in allen Städten und Gemeinden

Landkreis und Kommunen engagieren sich gemeinsam – Alternative zu vollstationären Pflege – erste Angebote in Kommunen etabliert

 

Der Landkreis Gießen unterstützt gemeinsam mit den Städten und Gemeinden  den Auf- und Ausbau eines Netzwerkes zur  ehrenamtlichen Betreuung demenzkranker Bürgerinnen und Bürger. Über die finanziellen Möglichkeiten zur Förderung informierte Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald als Sozialdezernent in der letzten Bürgermeister-Dienstversammlung. Ergänzend sind bisher nicht beteiligte Städte und Gemeinden im Kreis in einem Schreiben informiert worden.

 

Um die Situation der Angehörigen zu verbessern, hat der Bundesgesetzgeber mit dem Pflegeleistungsgesetz und dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz seit 2009 die Möglichkeit zur Förderung von sogenannten „niedrigschwelligen Betreuungsangeboten“ geschaffen. Der Leitgedanke besteht darin, dass ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vor Ort ausgebildet werden und unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Demenzkranken übernehmen. Die Ausbildung finanzieren anteilig Pflegekassen, Kreis und Kommunen.


„Die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer kommen in der Regel ein bis zweimal pro Woche ins Haus und beschäftigen sich mit den demenzerkrankten Personen. Sie spielen mit ihnen, gehen spazieren oder einkaufen oder stehen einfach nur für ein nettes Gespräch zur Verfügung“.
Darüber hinaus gibt es vielfältige Gruppenangebote sowohl für Demenzerkrankte als auch für deren Angehörige in Form von Treffen oder auch Gesprächskreisen, erläuterte Matthias Spangenberg, Fachbereichsleiter beim Amt für Jugend und Soziales des Landkreises. Dabei machte er deutlich, dass die Ehrenamtlichen nicht mit einem ambulanten Pflegedienst zu verwechseln sind. „Pflegerische Tätigkeiten gehören in die Hand ausgebildeter Fachkräfte und nicht ehrenamtlicher Helfer.“ Diese können vielmehr einen wichtigen Beitrag leisten, damit Demenzkranke auch weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

 

Hierzu leisten die Pflegekassen einen Kostenbeitrag von bis zu 200 Euro monatlich ebenfalls von den Pflegekassen finanziert, wenn der Bedarf – auch unterhalb der Pflegestufe 1 – festgestellt ist.


„Wir möchten erreichen, dass zeitnah in allen Städten und Gemeinden ein Netzwerk aufgebaut ist, mit dem die Lebensqualität der Patienten und ihrer pflegenden Angehörigen verbessert wird, um somit eine Alternative zur vollstationären Pflege zu bieten“, machte  Oßwald deutlich.

 

Inzwischen haben sich in mehreren Kommunen im Landkreis solche Angebote etabliert. Nach Aussage von Matthias Spangenberg werde in 13 der 18 Kreiskommunen eine niedrigschwellige Betreuung nach § 45b,c SGB XI angeboten. Die Schulung der Betreuerinnen und Betreuer sowie die Koordination der Hilfskräfte wird dabei von unterschiedlichen Trägern übernommen.

 

In Allendorf/Lumda ist der Verein für häusliche Kranken- und Altenpflege e.V. zuständig. In Biebertal, Fernwald, Linden, Lollar, Pohlheim, Rabenau und Staufenberg sind die jeweiligen Diakoniestationen Ansprechpartner.
In Reiskirchen können sich betroffene und interessierte Bürgerinnen und Bürgen an die Sozialstation der Gemeinde wenden, in Hungen an den Verein Bürger für Bürger e.V. In Laubach und Lich sind die Schulungs- und  Koordinationsaufgaben beim Laubacher Stift angesiedelt.  In der Stadt Gießen übernehmen die Sozialen Dienste der Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband, das Evangelische Pflegezentrum, die freie evangelische Gemeinde sowie der Förderkreis häusliche Pflege e.V. die Trägerfunktion.

 

Ein Angebot von ehrenamtlichen Demenzhelfern gibt es bereits in Allendorf/ Lumda, Biebertal, Fernwald, Hungen, Laubach, Lich, Linden, Lollar, Pohlheim, Rabenau, Reiskirchen, Staufenberg sowie in der Stadt Gießen. Informationen, wie man Kontakt zu den ehrenamtlichen Demenzhelfern bekommt oder sich selbst als solcher engagieren kann, gibt es bei den oben genannten Organisationen und bei der jeweiligen Pflegekasse.